Wie präsentiert sich der Aktienmarkt vor Ostern?

© zmu / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

hinter uns liegen zwei spannende – und anstrengende – Wochen, wo am Kapitalmarkt vor allem die Notenbanken und Zentralbanken mit ihren jeweiligen Sitzungen und Maßnahmen (oder Nicht-Maßnahmen) die Schlagzeilen dominierten. Und dabei klarstellten, dass die Zeit des ultrabilligen Geldes noch lange nicht vorbei ist.

Das gilt natürlich insbesondere für die Euro-Zone, wo schon über Helikopter-Geld gesprochen wird (dazu können Sie auch noch einmal im Wirtschaft-Vertraulich vom vergangenen Freitag nachlesen). Doch auch die US-Notenbank Fed hat mit ihrer Ankündigung, es bei den Zinserhöhungen langsamer angehen lassen zu wollen, faktisch in die gleiche Kerbe geschlagen.

 

Billiges Notenbank-Geld treibt Kurse

Die Aussichten, die sich daraus für den Markt ergeben, sind durchaus positiv zu sehen. Denn wenn alles nach Plan läuft, können sich die Unternehmen zu sehr billigen Konditionen weiterhin Geld für Investitionen leihen. Für den Aktienmarkt dürfte aber wohl noch entscheidender sein, dass viele Firmen mit der anhaltenden (nun) Nullzinspolitik in der Euro-Zone in der Lage wären, z. B. die Finanzierungskosten durch Umschuldungen zu senken oder das billige Geld in Aktienrückkäufen zu investieren. Was dann ja auch einen positiven Effekt auf die Aktienkurse hätte.

Der Blick auf die entsprechenden Indizes zeigt jedenfalls: Die schlechte Stimmung vom Jahresanfang hat sich mittlerweile aufgelöst und beginnt wieder in neuen Optimismus umzuschlagen. Was beispielsweise beim DAX darin sichtbar wurde, dass er schon kurzzeitig die Marke von 10.000 Punkten wieder erreicht hatte. Wir gehen davon aus, dass im aktuellen Umfeld es relativ schnell gelingt, sich auch über dieser eher psychologisch wichtigen Marke zu etablieren.

 

Die 2 Euro-Schwergewichte liefern neue Zahlen

Einen Beitrag dazu könnten die in dieser Woche avisierten Konjunktur- und Stimmungsindikatoren sein. Im europäischen Fokus stehen dabei vor allem die Einkaufsmanagerindizes für März. Die beiden ökonomischen Schwergewichte Frankreich und Deutschland werden ihre Zahlen für das verarbeitende und das Dienstleistungsgewerbe am morgigen Dienstag präsentieren.

Dabei wird für Frankreich mit leichten Rückgängen, in Deutschland mit leichten Zuwächsen gerechnet. Unter dem Strich ist entscheidend, dass Werte über 50 herauskommen, weil diese eine weitere Expansion der Wirtschaft signalisieren würden.

 

Europäische Konjunktur-Erwartungen im Fokus

Der Dienstag ist aber auch noch in anderer Hinsicht der Schlüsseltag in dieser Woche. Denn es werden auch der Ifo-Geschäftsklimaindex und die ZEW-Konjunkturerwartungen für März veröffentlicht. Der Ifo wird über Umfragen bei Unternehmen ermittelt und stellt neben der Einschätzung der aktuellen konjunkturelle Lage auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate dar.

Während für den deutschen Ifo insgesamt mit einer Stagnation auf dem bisherigen Niveau bei 105,7 Punkten gerechnet wird, soll sich der Subindex Konjunkturerwartungen doch etwas deutlicher verbessert haben. Gleiches gilt auch für den ZEW-Index, der die Konjunkturerwartungen von Analysten und Investoren widerspiegelt und der erneut eine kräftige Verbesserung bringen soll.

Im Fazit: Die durch Ostern verkürzte Handelswoche könnte recht freundlich werden. Aber es ist anzunehmen, dass die Anleger erst einmal abwarten, bis alle Zahlen auf dem Tisch liegen. Entsprechend auch unser Rat an Sie: Steigen Sie heute noch nicht in die Vollen ein. Warten Sie ab, wie sich der Markt entwickelt., Vor Ostern dürfte sowieso mit eher geringen Handelsumsätzen zu rechnen sein, was die Gefahr bringt, dass es hier zu größeren, nicht erklärbaren Kursausschlägen kommt.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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