Sportartikel-Branche: Die Fußball-WM als Katalysator

Die Fußball-WM soll für die Sportartikelfirmen zum großen Geschäft werden

Die Fußball-WM soll für die Sportartikelfirmen zum großen Geschäft werden

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

ab dem 12. Juni rollt wieder das runde Leder. Zum 20. Mal werden in diesem Jahr die 32 besten Fußball-Mannschaften der Welt ihr Können unterm Zuckerhut in Brasilien messen. Für Fußball-Fans wohl immer wieder das spannendste und attraktivste Sport-Ereignis.

Aber das Turnier ist auch etwas anderes: Seit vielen Jahren ist es auch eine der ganz großen Geld-Maschinen im internationalen Sport. Übertragungsrechte fürs Fernsehen, Radio und Internet spülen weltweit Milliarden in die Kassen des Ausrichters Fifa. Weitere Geldquellen sind die Vermarktung vom Turnier-Slogan und Maskottchen bis hin zu umfangreichen Sponsorenverträgen.

 

Lizenz zum Geld drucken

Aber nicht nur für die Fifa ist die WM wie die Lizenz zum Geld drucken. Auch viele Firmen können sich in einem WM-Jahr über zusätzliche Einnahmen freuen. Ganz vorne dabei sind die Sportausrüster, die im Umfeld der WM Trikots, Schuhe, Bälle und andere Ausrüstungsgegenstände verkaufen. Und innerhalb der Branche wird darum gerungen, wer denn dabei die Nase vorn hat.

Die deutsche Adidas gilt dabei als einer der Marktführer. Denn Fußball gehört ganz eindeutig zum traditionsreichen Kerngeschäft. Dort will man in diesem Jahr allein 2 Mrd. Euro umsetzen. Und die WM soll daran einen nicht unwesentlichen Anteil haben. Schließlich liefert Adidas den offiziellen Spielball „Brazuca“ für das Turnier.

 

Dreikampf um die Fußball-Ausrüster-Krone

Gleichzeitig ist man offizieller Mannschaftsausrüster für 8 teilnehmende Nationalmannschaften. Damit ist man gleichauf mit dem Wettbewerber Puma, der inzwischen zum Konzern des französischen Luxusgüterherstellers Kering, ehemals PPR, gehört. Beide brauchen dringend die Fußball-WM, nachdem der Start in das neue Geschäftsjahr eher schwach ausfiel. So zeigte Puma im 1. Quartal einen Umsatzrückgang um 6,6%, während Adidas einen Umsatzrückgang um 6% hinnehmen musste.

Nun gibt es auch noch Druck von anderer Seite. Denn der amerikanische Konkurrent Nike will vor allem Adidas in der Fußball-Domäne angreifen. So hat der US-Konzern vor wenigen Tagen die Krone der Fußball-Ausrüster für sich beansprucht. Dies mit Hinweis darauf, dass man bei der WM immerhin 10 Mannschaften ausrüstet. Allerdings:

 

Nike noch mit Abstand

Um Marktführer im Fußball-Bereich zu sein, muss Nike dann doch noch mehr in die Waagschale werfen. Denn während Adidas wie gesagt 2 Mrd. Euro Umsatz anpeilt, brachte es Nike im vergangenen Jahr in seiner Fußball-Sparte erst auf 1,4 Mrd. Euro. Kaum vorstellbar, dass diese Differenz binnen 12 Monate aufgeholt wird. Was aber stimmt: Insgesamt bleibt Nike über alle Sportarten hinweg die unangefochtene Nummer 1 der Sportartikler.

Sie müssen also entscheiden: Setzen Sie auf das Sonderereignis Fußball-WM, sollte Adidas wohl am stärksten profitieren. Geht es um Sport allgemein, wäre weiterhin Nike die bessere Wahl.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
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