SEPA: Übergangsfrist läuft ab

SEPA-Umstellung: Die Zeit drängt

SEPA-Umstellung: Die Zeit drängt

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

seit Februar gibt es in Europa die so genannte „Single Euro Payments Area“, kurz SEPA, womit auch das damit verbundene neue Zahlungssystem bezeichnet wird. Durch die Einführung von europaweit einheitlich aufgebauten Kontonummern (IBAN) und Bankleitzahlen (BIC) soll vor allem der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr vereinheitlicht werden. Sicher haben auch Sie schon sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld damit zu tun bekommen.

Da viele kleine und mittlere Firmen trotz der Vorlaufzeit es nicht geschafft hatten, pünktlich ihre Zahlungssysteme umzustellen, war die Frist für die Umstellung von Lastschriften und Überweisungen um sechs Monate verlängert worden.

Eine nochmalige Verlängerung ist sehr unwahrscheinlich. Deshalb ist spätestens am 1. August also definitiv mit den alten Zahlungssystemen Schluss.

 

Absolute Genauigkeit und Prüfung sind wichtig

Falls Sie noch nicht umgestellt haben, heißt das also höchste Eile. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Ihre Zahlungen von den Banken nicht mehr bearbeitet werden. Arbeiten Sie bereits mit SEPA, haben Sie aber ebenfalls etliches in der Handhabung zu beachten.

Denn bei Nachlässigkeit drohen Fehlüberweisungen und damit Ärger und Mehrkosten für Rechnungsempfänger und auch Rechnungssteller. Achten Sie darauf, die 22-stelligen IBAN-Nummern stets sorgfältig zu prüfen. Am besten geben Sie die IBAN immer in Blöcken an, nicht hintereinander weg. Das erleichtert die Kontrolle.

 

SEPA-Reform: Hauptziel verfehlt?

Im Übrigen: Wie ich aus Gesprächen mit Bekannten und Unternehmern herausgehört habe, hat die SEPA-Reform womöglich eines ihrer wichtigsten Ziele verpasst –zumindest jetzt. Denn uns allen war die Umstellung auf das neue Zahlungssystem damit verkauft worden, dass alles einfacher und billiger wird. In der aktuellen Praxis sieht es vor allem mit der Einfachheit aber vollkommen anders aus.

So sehen SEPA vor allem diejenigen Bankkunden als Verschlechterung an, die immer noch beleghafte Überweisungen ausführen. Es sei daran erinnert: Nicht jeder ist heutzutage „online“, was vor allem für eher ältere Kunden gelten dürfte. Die Handhabung der sperrigen IBAN-Nummern stellt da oftmals eine echte Herausforderung dar.

 

Weniger Lastschriften

Und auch Unternehmen sind, auch wenn sie bereits mit SEPA arbeiten, noch sehr zurückhaltend. Gerade im Bereich de Lastschriften hat sich durch die zusätzlichen Anforderungen ein neuer Trend ausgebildet. Denn viele Unternehmen verzichten nun auf Lastschriften, weil sich die Zeiträume der jeweiligen Gutschriften deutlich verlängert haben und auch weitaus mehr Vorbereitungen und Angaben im Abwicklungsprozess erforderlich sind.

Gerade für kleine Firmen, die vielleicht nicht auf automatische Abbuchungssysteme zurückgreifen können, hat sich dabei der Zeitaufwand zum Teil erheblich erhöht, was unterm Strich zusätzliches Geld kostet.

Der Nachweis, dass SEPA den Zahlungsverkehr in Europa einfacher macht, steht also noch aus. Dennoch sind Sie genötigt, hier mitzumachen, um nicht zahlungstechnisch abgehängt zu werden. Machen Sie das Beste daraus und warten Sie nicht zu lange, falls Sie noch nicht umgestellt haben.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
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