Online-Banking: Nur Sorgfalt kann vor Schaden schützen

© Eisenhans / Fotolia.com

© Eisenhans / Fotolia.com

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

fast im Tagestakt veröffentlichen die Verbraucherzentralen Warnungen vor so genannten Phishing-Mails. Aktuell betrifft dies Kunden unter anderem des Online-Händlers Amazon, des Bezahldienstes Paypal und Onlinekunden der Spardabank.

Beim Phishing erhalten Sie getürkte Mails, die Sie auffordern, auf eine Internetseite Ihres Händlers oder Bank zu gehen, und dort wegen Anlässen wie angebliche Sicherheitsüberprüfungen Ihrer Kontodaten sowie Pin oder TAN einzugeben. Sie ahnen es bereits: Natürlich sind die entsprechenden Internetseiten gefälscht und nur dazu da, um Ihre Kontodaten zu stehlen.

 

Datendiebe nutzen Sorglosigkeit von Onlinenutzern aus

Damit machen sich die Datendiebe meist die immer noch leider zu weit verbreitete Sorglosigkeit vieler Online-Nutzer zu Diensten, die auf entsprechend offiziell ausschauende e-Mails reagieren und dann tatsächlich ihre Daten eingeben. Was für Sie als möglicherweise dann Geschädigter gleich zweifach negativ ist.

Denn Sie würden nicht nur den Schaden durch sehr wahrscheinliche Geldabhebungen des Betrügers haben. Auch würden Ihre Chancen wohl gegen Null sinken, von der betreffenden Bank Schadenersatz zu bekommen.

Denn wenn ein unbekannter Dritter betrügerisch Geld vom Konto abgeräumt hat, haftet die Bank nur, wenn Sie selbst alle gebotenen Sorgfaltspflichten zum Schutz Ihres Kontos erfüllt haben. Der Erstattungsanspruch nach § 675 u BGB erfordert den Nachweis, dass tatsächlich Betrüger am Werk waren. Und selbst, wenn Sie diesen Nachweis erbringen können, müssen Sie auch nachweisen können, dass Sie – laut Gesetz – „ alle zumutbaren Vorkehrungen“ getätigt haben, um einen Missbrauch zu verhindern.

 

Was bedeutet das nun in der Praxis?

Legen Sie viel Wert darauf, Ihre jeweiligen persönlichen Zugangsdaten zu schützen. Grundsätzlich sollten Sie vermeiden, Passwörter etc. auf dem Computer abzuspeichern. Wenn es sein muss, sollten Sie auf jeden Fall dafür Verschlüsselungsprogramme nutzen.

Es sollte außerdem immer ein aktuelles Virenschutzprogramm auf Ihrem Computer installiert und eine sichere Firewall vorhanden sein. Anderenfalls wird man Ihnen grob fahrlässiges Verhalten vorwerfen, und es gibt kein Geld zurück. Tätigen Sie Onlinebanking auf ungesicherten PCs, wird man Ihnen garantiert ebenfalls einen Verstoß vorwerfen.

Und im direkten Bezug auf das angesprochene Phishing: Reagieren Sie nie auf solche eMails. Diese lassen sich zwar zum Glück meist leicht schon dadurch erkennen, dass oftmals Rechtschreibfehler oder seltsame Ausdrucksweisen verwendet werden. Doch selbst, wenn die eMail echt erscheint, sollten Sie NIE über die entsprechenden Links in der eMail gehen. Wenn Sie sich unsicher sind, rufen Sie separat die Internetseite Ihres Anbieters auf oder kontaktieren Sie dessen Beraterteam. Die können ganz sicher Auskunft darüber geben, ob tatsächlich echte eMails unterwegs sind.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Print Friendly, PDF & Email

Kommentare sind nicht erlaubt.