Mischfonds: Gute Anlage oder zunehmendes Risiko?

© drovosek / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

kurz vor Jahres-Ultimo stellen Sie sich sicher auch die Frage: Wo soll ich mein Geld im kommenden Jahr am besten anlegen? Nun, wir haben in den vergangenen Monaten immer wieder unsere Präferenz für dividendenstarke Aktien kundgetan, weil diese nicht nur eine bessere Alternative für derzeit oftmals nur noch niedrigverzinste Anleihen darstellen, sondern auch deutlich weniger volatile Kursverläufe als der Gesamtmarkt aufweisen. Sprich: Ein regelmäßiges Einkommen bei einem niedrigeren Durchschnitts-Risiko.

Doch wir wissen aus zahlreichen Gesprächen mit unseren Lesern auch, dass viele von Ihnen auch andere Instrumente, von Anleihen über Aktien bis hin zu ETFs (börsennotierte Fonds) oder klassische Fonds nutzen. Deshalb an dieser Stelle auch eine Warnung, die direkt auch von den Kollegen des Deutschen Wirtschaftsbriefs kommt.

 

Performance: Die Vergangenheit zählt nur bedingt

Sollten Sie jetzt noch Anteile an Mischfonds halten, steigen Sie vorsorglich aus. Die Begründung: Weil diese Fonds in Aktien und Anleihen investieren, fühlen sich Anleger dort bisher besonders gut aufgehoben. Was ja in der Vergangenheit auch tatsächlich oft zutraf. Denn durch die Konstruktion dieser Fonds hat das Management die Möglichkeit, je nach Marktlage umzuschichten.

Also: Erlebten Aktien gerade eine Schwächephase, stiegen im Gegenzug die Kurse der Anleihen. Indes: Weil sich die Marktsituation dramatisch verschoben hat, bergen Mischfonds aktuell ein doppeltes Risiko.

 

Fonds-Konstruktion funktioniert nicht mehr

Anleihen sichern die Fonds nicht mehr ab. Die niedrigen Zinsen sorgen hier für extrem schwankende Kurse. Die Aufschläge sind nunmehr fast so hoch wie bei Aktien. Anleger haben das bereits zu spüren bekommen. Seit den Höchstständen im April haben erste Mischfonds schon bis zu 35% verloren.

Doch es gibt auch noch deshalb Rückschlagsrisiken, weil Mischfonds zum Modeprodukt geworden sind. Allein im laufenden Jahr haben bundesdeutsche Anleger stolze 33,4 Mrd. Euro in diese Fonds eingezahlt. Laut Branchenverband haben die Bestände in Mischfonds mittlerweile ein Volumen von 2,14 Mrd. Euro erreicht. Damit halten sie mehr Kapital als reine Rentenfonds.

 

Erkennen Sie die Zeichen der Zeit

Noch immer lassen sich arglose Anleger, die dem Rat ihrer Bankberater vertrauen, zum Kauf überreden. Diese verweisen auf die Performance der letzten Jahre, die in der Tat einen recht guten Eindruck macht. Darauf, dass bei Mischfonds eine Talfahrt eingesetzt hat, dürfte aber kaum ein Anlageberater hinweisen.

Doch wenn es eine solche Ansammlung an Geldern in einer bestimmten Gruppe von Finanzprodukten gibt, können sich Abwärtsbewegungen allein dadurch verstärken, dass dann viele Anleger auf einmal raus wollen.

Fazit: Haben Sie noch Mischfonds im Depot, sollten Sie im Zweifel nicht zögern und verkaufen.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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