Märkte müssen mit neuen Belastungen umgehen

© Gina Sanders / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

wenn Sie Ihr Geld an der Börse investieren, dürften die vergangenen Tage sicher wieder einige Sorgen geschürt haben. Schließlich hatte der DAX als das wichtigste deutsche Börsenbarometer binnen weniger Tage deutlich verloren. In den letzten eineinhalb Wochen summierten sich die Abschläge im Index sogar auf staatliche 500 Punkte.

Kein Wunder also, dass die Frage im Raum steht, wie es nun weitergehen soll. Wobei wir für die nächsten Tage noch keine Entwarnung geben können. Denn die Börse muss erst einmal das verdauen, was in den letzten Tagen aus Amerika rübergeschwappt kam. Die Amerikaner liefern derzeit vor allem auf konjunkturellem Gebiet mehr Negativ-Schlagzeilen.

 

Amerika belastet die Märkte

Es ein Dreigestirn an Enttäuschungen: Zuerst betrug das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal nach der ersten veröffentlichten Schätzung nur magere 0,5%. Dann blieben auch die privaten Konsumausgaben hinter den Erwartungen zurück. Gerade in Amerika ist das einer der wichtigsten Wachstumsparameter, da rund 70 – 80% der BIP-Verwendung auf diesen Posten entfallen. Statt eines Zuwachses von 0,2% gab es dabei nur ein mageres Plus von 0,1%. Und zu guter Letzt enttäuschte auch der Chicago-Einkaufsmanagerindex.

Die Folge: Weltweit gerieten die Indizes in die Verlustzone. Das muss zwar in der neuen Börsenwoche nicht so weitergehen. Doch könnte weiteres Störfeuer aus den USA den Druck auf die Aktiennotierungen aufrechterhalten. So haben wir es in den nächsten Tagen vor allem mit zwei Daten-Hochkarätern zu tun.

 

Was bringen neue Konjunkturdaten?

Gleich zum Wochenbeginn ist es der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, der weiteren Aufschluss über den Zustand der US-Wirtschaft geben soll. Angesichts eines erwarteten Indexstandes von 51,5 Punkten nach 51,8 Punkten im Vormonat dürfte es erneut um den Befund gehen, dass sich die Wirtschaftsaktivitäten robust, aber eben nicht sonderlich dynamisch zeigen.

Zweites großes Thema der Woche sind dann Arbeitsmarktdaten, die für Freitag avisiert sind. Auch hier könnte mehr Stagnation auf hohem Niveau das Thema sein.

 

Können die Firmen die Stimmung retten?

Was könnte hier also die Stimmung retten? Ganz klar liegt der Ball nun im Feld der Quartalsberichtssaison. Deren bisheriger Verlauf kann als zufriedenstellend bis gut beurteilt werden. Schaut man auf die Firmen, die im marktbreiten US-Index S&P 500 versammelt sind, gab es dort bislang eine Quote von 80% bei den positiven Bilanz-Überraschungen.

Das ist mehr als der bisherige Durchschnitt von rund 70%. Die hohe Quote ist zwar auch dem Umstand zu verdanken, dass die Analysten im Vorfeld die Gewinnerwartungen deutlich nach unten geschraubt hatten. Dennoch könnte ein weiterhin so positiver Verlauf der Berichtssaison die Märkte stabilisieren und wieder nach oben hieven.

Ob das gelingt, müssen die nächsten Tage zeigen. Deshalb würden wir Ihnen auch raten, vorerst mehr defensiv zu bleiben und nicht gleich jede Erholung wieder zu neuen Käufen zu nutzen.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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