Die große Altersvorsorge-Lüge der Regierung

© forestpath / Fotolia.com

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Wann auch immer Sie die Zeitung aufschlagen, Sie lesen fast täglich von der großen Altersvorsorge-Problematik. Erst in den vergangenen Tagen zeigte meldete sich die Bundesregierung oder zumindest eine beteiligte Partei zu Wort. Sozialministerin Emilia Müller aus Bayern von der CSU „begrüßte das Gesetz zu flexibleren Übergängen in die Rente“. Ein schöner Plan, der aber Unsinn ist.

Zwei Drittel der Bevölkerung haben jetzt Angst, dass die Rente nicht reicht

Dabei haben zwei Drittel der Bevölkerung nach jüngsten Umfragen Sorge, dass die Rente später nicht reicht. Wohl wahr. Alle Rechnungen, die der Staat herausgibt, zeigen, dass Sie durchschnittlich mit etwas weniger als 1.000 Euro auskommen müssten. Damit jedoch lässt sich der Lebensstandard ganz sicher nicht finanzieren.

Die Union plant jetzt immerhin eine Mindestrente. Die Höhe spielt schon fast keine Rolle mehr, denn: das Konzept geht natürlich zu Lasten aller anderen Renten. Denn irgendjemand muss die Rente ja finanzieren. Die Mindestrente könnte auch aus Steuereinnahmen bezahlt werden. Dann jedoch zahlen Sie als Steuerzahler, als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber indirekt höhere Rentenbeiträge.

Die Rente wird also ohnehin immer teurer. Die sogenannte Vorsorgelücke wächst. Den Lebensstandard können Sie nur dann halten, wenn Sie „privat vorsorgen“. Der Staat aber arbeitet kräftig dagegen an. Die private Altersvorsorge lebt von hohen Zinsen. Die EU hat über den faktischen 0%-Zins allerdings die Zinsen insgesamt gesenkt. Auch Anbieter privater Altersvorsorge-Produkte bieten deshalb keine nennenswerten Zinsen mehr.

Einzige Wahl: Der Staat kassiert schon wieder mit

Es bleiben im Grunde nur zwei Bausteine. Und auch dort kassiert der Staat schon wieder mit. Zum Einen bei Immobilien, deren Preise aktuell in den Metropolen immer stärker steigen. Dies führt letztlich dazu, dass auch der Staat die Hand aufhält und etwa über die Grunderwerbsteuer seine Taschen füllt. Dies senkt Ihre Rendite direkt, also wieder die Altersvorsorge, sofern Sie die Immobilie eines Tages verkaufen wollten.

Zum Zweiten möchte der Staat die Abgeltungsteuer erhöhen. Nach der Bundestagswahl 2017 allerdings erst. Dann werden vor allem Fonds für den Aktienbesitz und den daraus resultierenden Gewinn mehr zahlen müssen. Dabei aber wird es nicht bleiben, denn der Staat möchte mitkassieren. Deshalb müssen Sie nach den jüngsten Entwicklungen damit rechnen, dass statt der Abgeltungsteuer die private und individuelle Einkommensteuer herangezogen wird.

Wer viel verdient und hohe Steuersätze hat, der wird also auch die Aktiengewinne stärker belasten müssen. Das wiederum mindert die Altersvorsorge-Fähigkeit. Deshalb schwindelt die Regierung, wenn sie von „flexiblen Übergängen“ in die Rente oder „privater Altersvorsorge“ spricht. Richten Sie sich auf sehr harte Zeiten ein. Und dies geht trotz aller Probleme nur mit Immobilien (die Sie selbst bewohnen) sowie substanzstarken Aktien.

 

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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