Die Euro-Zone hat den schlimmsten Teil der Krise hinter sich gebracht

Die Euro-Zone hat den schlimmsten Teil der Krise hinter sich gebracht

Die Kredite haben dazu beigetragen, die Staatsanleihenmärkte zu stützen. Banken waren in der Folge wieder bereit, den Krisenländern Geld zu leihen. Ob dieses Vertrauen aber wirklich von Dauer ist, wird zur spannenden Frage. Falls nicht, kann es zu einer erneuten Eskalation kommen.

Als eine der Nachwirkungen der Lehman-Pleite haben sich Banken finanzielle Probleme eingehandelt. Die Rettungsaktion für Staatsanleihen wurde Kreditinstituten anvertraut, die selbst angeschlagen sind.Das gegenseitige Misstrauen zeigt sich an der mangelnden Bereitschaft, anderen Banken Geld zu leihen. Die Ausleihungen auf dem Interbankenmarkt sind zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 30 Wochen gefallen.

Keine Bank dürfte es nochmals riskieren, Abschreibungen wie im Fall von Griechenland vorzunehmen. Die harten Sparauflagen für die Krisenländer könnten dazu führen, dass sich dort die Rezession vertieft. Wenn sich dadurch die Lage der Staatsfinanzen verschlechtert, droht am Anleihenmarkt sofortiger Alarm.

Die Banken könnten gerade die Papiere wieder abstoßen, die sie erst vor Kurzem massiv gekauft haben.

Dann dürfte auch eine noch so hohe „Brandmauer“ den Euro-Krisenfonds nicht schützen. Ich erinnere daran: Eskaliert die Situation, haftet Deutschland bis zur Höhe von 400 Mrd. €.

Eine echte Finanzmarktstabilität setzt voraus, dass die Kreditinstitute ihre Bilanzen gründlich sanieren. Solange das Zentralbankgeld fließt und die Zinsen niedrig bleiben, besteht dazu allerdings kaum Anlass.

Folglich kann es noch einige Zeit dauern, bis in der Zins- und Geldpolitik wieder Normalität einkehrt. 

Der frühere EZB-Chef Jean-Claude Trichet schließt sogar eine dauerhafte Nothilfe der Politik nicht aus.

Sich in diesem Umfeld bei Geldanlagen Erfolg versprechend zu positionieren, wird nicht einfach sein. Solange die Zinsen niedriger sind als die Inflationsraten, gelingt Sparern nicht mal der Kaufkrafterhalt.   Über viele Jahrzehnte boten Kapitallebensversicherungen dank ordentlicher Zinsen eine gute Alternative. Jetzt hat selbst der Vorstand von Munich Re erhebliche Zweifel an dem deutschen Modell angemeldet:

Das System halte lange Niedrigzinsphasen nicht aus, so Nikolaus von Bomhard. 

Gerade bei deutschen Anlegern war die Kombination von Rendite und Sicherheit besonders beliebt. Ich sehe derzeit keine Anlageform, bei der das in den kommenden Jahren garantiert funktionieren wird. Vermeintlich risikolose Investments wie Staatsanleihen werden ihrem früheren Ruf nicht mehr gerecht. Erstklassige Immobilien als Kapitalanlage können ähnliche Auszahlungsprofile haben wie Anleihen.

Gerät ein Staat jedoch in Solvenzschwierigkeiten, ist ganz schnell mit zusätzlichen Steuern zu rechnen. 

Griechenland, Portugal und Italien haben die Erhebung neuer Grundsteuern kürzlich vorexerziert.

Versuchen Sie, sich gerade mit Blick auf Ihr Altersvorsorgevermögen möglichst breit aufzustellen. Meiden Sie lange Bindungszeiten. Teile Ihres Vermögens sollten Sie jederzeit flüssig machen können. Denken Sie daran:

Flexibilität bietet Ihnen den besten Schutz vor künftigen Überraschungen. 

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 14/2012).

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