Den Verbrauchern bringt die Euro-Stärke überwiegend Vorteile

Den Verbrauchern bringt die Euro-Stärke überwiegend Vorteile

„Der Euro fliegt Ihnen um die Ohren“, predigen Crash-Propheten seit Jahren

Sogar genaue Zeitpunkte wurden immer wieder reißerisch hinausposaunt. Doch ein Termin nach dem anderen verstrich, ohne dass der Euro explodierte. Wieder einmal zeigt sich: Panikmache ist einfach, kostet aber Glaubwürdigkeit.

Selbst auf dem Höhepunkt der Euro-Krise riet ich Ihnen zu Gelassenheit. Der Euro wird sich nämlich nicht von heute auf morgen in Luft auflösen. Bei uns ist weder eine Währungsreform noch eine Hyperinflation in Sicht. Für alle, die im Währungsraum leben, gibt es zum Euro keine Alternative. Was derzeit Probleme bereitet, ist vielmehr die Stärke der Währung.

Seit rund einem Jahr schwankt der Wechselkurs in einer Bandbreite von 1,28 bis 1,36 US-Dollar je Euro. Auch gegenüber anderen Währungen hat der Euro zugelegt. Das ist ein klarer Vertrauensbeweis für ihn. Die Zentralbank hat mit dem Willen, den Euro zusammenzuhalten, im Ausland Glaubwürdigkeit erreicht. Bricht keine neue Krise aus, könnte sich der Euro als Reservewährung behaupten.

Den Verbrauchern bringt die Euro-Stärke überwiegend Vorteile. Anders sieht es für die Wirtschaft aus. Hiesige Firmen haben es bislang zwar immer geschafft, trotz starker Währung wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Gewinne haben zuletzt aber darunter gelitten, da die hohen Wechselkursverluste negativ zu Buche schlugen.

Zu einer wirklich gravierenden Belastung wird der starke Euro für Unternehmen in der Euro-Peripherie. Deren Überlebenschancen werden geringer, denn eine gezielte Währungsschwäche stärkt ihre Wettbewerber. Das nutzen die USA, Japan und auch die Schwellenländer aus.

Noch setzen die Zentralbank und Europas Politiker darauf, die Euro-Zone in ihrer jetzigen Form zu wahren. Das funktioniert aber nur, solange alle Mitglieder im Erhalt der bisherigen Währungsunion Vorteile sehen. Hält sich der Wechselkurs jedoch bei über 1,30 Dollar je Euro, dürften die Südländer demnächst verzweifeln.

Schon auf mittlere Sicht wird die Euro-Währungsunion somit nicht umhin kommen zu konsolidieren. Sollten einzelne Länder – in geordneten Bahnen – ausscheren, muss das nicht unbedingt schlecht sein. Auch dann wird Ihnen der Euro ganz sicher nicht um die Ohren fliegen.

Wie ich bereits im Brief 38/13 darlegte, brauchen Deutsche selbst dann keine Währungsverluste zu fürchten. Zugleich bliebe uns der unvermeidliche Wohlstandsverlust einer dauerhaften Transferunion erspart. Sie haben also allen Grund, in Sachen Euro gelassen zu bleiben.

 

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