Aktienmarkt: 2013 war ein „Erntejahr“

Das brachte das Börsenjahr 2013

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Wenn Sie auf das nun zu Ende gehende Börsenjahr 2013 zurückblicken: Was wird Ihnen dabei besonders im Gedächtnis bleiben? Für mich sind es vor allem zwei Aspekte, welche auch Einfluss auf die Markttendenz der nächsten Monate, vielleicht sogar Jahre haben werden.

Bevor ich ins Detail gehe, eine allgemeine Einschätzung zum Börsenjahr 2013: Es war – etwas salopp gesprochen – ein Erntejahr. Denn Sie als Anleger konnten in diesem Jahr die Früchte dessen ernten, was schon in 2012 „gesät“ wurde.

 

Europa profitierte von Schulden-Garantie

Dies galt vor allem für Europa. Denn die faktische General-Garantie der Europäischen Zentralbank für die Staatschulden der Euro-Zone, ausgesprochen durch EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer 2012, war es, welche die Basis für den nachfolgenden Aufschwung am Kapitalmarkt legte.

Durch diese Garantie wurde der Vertrauensschwund in die Euro-Zone aufgehalten, was nach einer gewissen Phase der Stabilisierung auch seine Auswirkungen auf die Realwirtschaft hatte. Im Zuge dessen erholten sich die Geschäftszahlen vieler Unternehmen und gaben den dazugehörigen Aktien den neuen Bewertungsspielraum, der dann zu der bekannten Kurs-Rallye führte.

 

Fed stieg in das Tapering ein

Das zu Ende gehende Jahr wird uns über diesen grundlegenden Mechanismus hinaus vor allem mit zwei Ereignissen im Gedächtnis bleiben. Zum einen mit dem Einstieg der amerikanischen Notenbank Fed in das so genannte Tapering, der Reduzierung der bisherigen monatlichen Anleihenkäufe.

Die Fed hat damit zwar mit dem Beginn des Tapering bis zum Dezember gewartet. Doch die Aussicht auf solch einen Schritt beherrschte den Markt und die Anlagestrategien der Investoren bereits seit dem Sommer. Wobei sich hier wieder einmal zeigte, wie irrational der Markt handeln kann.

Denn die ersten Gedanken an solch einen Schritt führten zu zum Teil starken Verwerfungen am Kapitalmarkt. Als es dann soweit war, haben die Anleger eher gelassen reagiert, weil ein Einstieg in das Tapering letztlich nur ein Ausweis dafür ist, dass es der Wirtschaft immer besser geht.

 

Europas Zentralbank bleibt bei extrem lockerer Geldpolitik

Auf der hiesigen Seite des Atlantiks profitierten die Kurse dagegen davon, dass die EZB an ihrer extrem lockeren Geldpolitik weiter festhielt und auch über den Jahreswechsel hinaus festhalten wird. Dabei bleibt es beim bekannten Balance-Akt, der die gemeinsame Währungszone bereits seit ihrer Gründung begleitet.

Denn während Volkswirtschaften wie Deutschland längst eine festere Hand in der Geldpolitik vertragen könnten, muss die EZB Rücksicht auf die weiterhin schwachen Peripherieländer nehmen. Dieses Dilemma wird sich auch in 2014 nicht auslösen lassen.

 

Gefahr der Blasenbildung

Meine Vermutung: Da sich die Zentralbank an den schwächsten Mitgliedern der Währungsunion orientieren muss, wächst die Gefahr in den Top 3 Ländern, dass es zu Blasenbildungen kommt.

Die gute Nachricht für Sie: Wenn Sie mit dem richtigen Risikobewusstsein an diese Situation herangehen, winken Ihnen auf absehbare Zeit weitere Kursgewinne. Denn ernsthafte Alternativen zur Aktie zeigen sich derzeit nicht.

Zwar werden Teile des Anleihenmarktes durch das anziehende Renditeniveau wieder attraktiver. Doch die klareren Chancen liegen im Aktienmarkt.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
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