Die große Steuer-Lüge

© MH / Fotolia.com

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Der Tag heute verspricht in den meisten Regionen Deutschlands viel Sonnenschein. Es wird also ein schöner Tag, zu schön, um sich zu ärgern. Dennoch sind es mal wieder die Steuern, die uns heute im Griff halten. Gestern wurde in den meisten Medien quasi Propaganda für die amtierende Bundesregierung betrieben oder jedenfalls übernommen. Die Steuern werden 2017 sinken, heißt die frohe Botschaft. Das ist leider falsch. Sollten Sie sich auf fallende Steuern einstellen, denken Sie bitte um. Nutzen Sie weiterhin jede Gelegenheit, die beispielsweise der Deutsche Wirtschaftsbrief wöchentlich nennt, um die Belastung zu reduzieren.

Bundeshaushalt ausgeglichen

Grund für die angekündigte Steuersenkung ist der ausgeglichene Bundeshaushalt, den das Finanzministerium präsentieren kann. Wir benötigen weniger Steuereinnahmen, so lautet die frohe Kunde, weil „wir“ so gut wirtschaften. Die Wahrheit ist trauriger.

Der Bund ist und bleibt hochverschuldet. Nur zahlt die Bundesregierung inzwischen durch die Niedrigzinsen weniger Zinsen für die Anleihen. Die Zinsausgaben liegen derzeit bei 47,154 Milliarden Euro jährlich. Rein rechnerisch sinken die Zinsausgaben im Vergleich zum Vorjahr derzeit um gut 60 Euro in der Sekunde.

Gegenüber 2015 werden die Zinsausgaben um etwa 1,4 Milliarden Euro sinken. 2013 waren die Zinsausgaben sogar noch etwa 9 Milliarden Euro höher als in diesem Jahr. Wohlgemerkt bei steigenden Schulden. Insofern ist die „Steuersenkung“ ein Ammenmärchen. Tatsächlich zahlen Sie – mit geringeren Zinsen, die Ihre Vermögenseinlagen bei Banken und anderen Institutionen bringen.

Verschwiegene Steuererhöhungen

Gleichzeitig zu diesen Zinsverlusten müssen Sie unverändert in vielen Bereichen mit höheren Zinsen, Abgaben und Gebühren rechnen. Viele Steuern sind schlicht Ländersache. Der Bundeshaushalt spielt in dem Zusammenhang keine Rolle. Die Bundesländer in Deutschland haben ungefähr ein Finanzierungssaldo, also ein Minus in Höhe von 9,4 Milliarden Euro. Dieses Geld müssen sie irgendwo einspielen.

Anleihen wie vom Bund lassen sich für Ländern immer schlechter verkaufen. Die Verschuldung wird also schwieriger. Die einzige „Lösung“ sind höhere Steuern, Abgaben und Gebühren. Dies wird Ihnen in verschiedenster Weise begegnen. Ein prominentes Beispiel sind unverändert die Grunderwerbsteuern. Noch hält der sogenannte Immobilienboom in Deutschland an.

Das heißt, die Länder profitieren an sich von höheren Umsätzen am Markt, solange die Preise anziehen. Zugleich aber planen viele Länder schon wieder höhere Sätze. In Baden-Württemberg hatte die neue Regierung vor der Wahl darüber nachgedacht, die Grunderwerbsteuer bei einem Ersterwerb ganz abzuschaffen.

Davon blieb nichts mehr übrig. Stattdessen plant die Regierung jetzt, die Steuer von 5 % auf 6,5 % zu erhöhen. Insgesamt wurde die Steuer seit 2006 in Deutschland 25mal angehoben. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Deshalb: Nutzen Sie alle Steuersparmöglichkeiten, die Ihnen bleiben und bei denen wir Sie mit Empfehlungen unterstützen. Der Staat holt sich seinen Teil ohnehin.

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