Das Apple-Steuer-Wunder

© zmu / Fotolia.com

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Erst vor wenigen Tagen hat Irland die EU und die USA geschockt. Das kleine Land möchte nun von Großkonzernen mehr Steuern kassieren als zuvor. Erstes prominentes Opfer der neuen Strategie ist das US-Kultunternehmen Apple. 13 Milliarden Euro soll Apple nachzahlen, nachdem die US-Amerikaner nach ersten Meldungen 50 Euro pro 1 Million Euro Gewinn gezahlt hatten. Müssen jetzt noch andere Unternehmen zittern? Wird gar die Besteuerung in Europa sich ändern? Womit müssen wir rechnen?

Apple: Eine Drohgebärde

Letztlich sind die Nachforderungen Irlands, die auf Druck der EU zustande kamen, eine reine Drohgebärde. Die USA haben schon interveniert und wollen sich für ihren eigenen Konzern einsetzen. Das hat handfeste Gründe, die interessant sind.

Wenn Apple in Europa oder vielmehr direkt in Irland diese Steuern zahlen müsste, dann würde sich der Gewinn entsprechend reduzieren. Demzufolge müsste Apple dann deutlich weniger Steuern in den USA zahlen. Auch dabei würde es sich um einen Milliardenbetrag handeln.

Dies können die USA sich nicht bieten lassen. Denn einerseits entgehen den Amerikanern dann massive Einnahmen. Andererseits würden die Amerikaner damit weiteren Steuerverlusten Tür und Tor öffnen. Auch andere Großunternehmen aus der Software- und Computerbranche haben in Irland oder anderen Steuerparadiesen ihre Zelte aufgeschlagen. Müssen die alle nachzahlen, wird es für die USA sehr teuer.

USA wehren sich – erfolgreich

Deshalb können Sie unterstellen, dass die USA sich erfolgreich gegen die vergleichsweise kleine EU wehren werden. Die EU kann es sich kaum leisten, mit den USA in einen Steuerstreit zu treten. Das bedeutet in diesem Fall: Sie müssen damit rechnen, dass es nicht zu Steuernachzahlungen von Apple kommen wird.

Möglicherweise aber sind Sie Aktionär. Vor diesem Hintergrund könnte dieser Streit für Sie interessant werden. Sollte eines Tages – wie zu erwarten – Apple davon freigesprochen werden, diese Steuer zu zahlen, könnte es einen Pusch nach oben für den Titel geben.

Ebenso dürfte es Unternehmen wie Microsoft oder Google sowie deren Aktien gehen. Der Steuerstreit ist lediglich ein politisches Schauspiel, bei dem die EU versucht, gegenüber den übermächtigen USA Muskeln zu zeigen. Wenn die EU und wie in diesem Fall Irland Steuereinnahmen benötigen, werden sie sich an Sie wenden.

Die Steuern auf kommunaler Ebene werden steigen, auch in Deutschland. Dies sehen Sie etwa an allen Steuern rund um Immobilien. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich dagegen wappnen. Apple und andere Großkonzerne werden wie stets in der Geschichte nicht oder wenig zahlen müssen.

 

 

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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