Weltweite Wende am Zinsmarkt? Seit gestern Abend ändert sich alles

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Die Fed, dies ist die Notenbank der USA, hat gestern Abend eine historische Entscheidung getroffen. Sie wird die Zinsen vorerst auf dem aktuellen Niveau halten, allerdings ihren Anleihenbestand reduzieren. Dies wird sich deutlich auf den Wert des Dollars auswirken, die Zinsen im Dollarraum beeinflussen und dann auch Einfluss auf den Euro und Ihr Sparkonto haben. Deshalb ist die Entscheidung so wichtig.

„Bilanz verringern“ heißt: Kredite verschwinden vom Markt

Die Fed spricht für gewöhnlich sehr technisch. Jetzt gab sie bekannt, dass sie ihre „Bilanz verringern“ wolle. In der Bilanz werden die Anleihen verbucht, die eine solche Zentralbank aus dem Nichts mit „frischem Geld“ vornimmt. Sie leiht damit Unternehmen und Staaten zu vergünstigten Konditionen Geld – hier in der Hoffnung, die Krise von 2008 endlich in den Griff zu bekommen.

Die Krise scheint überwunden, so jedenfalls sagt es die Fed. Sie möchte jetzt Monat für Monat Anleihen im Wert von 10 Mrd. Dollar aus ihren Beständen „abbauen“. Das bedeutet, dass beispielsweise Kredite, die Anleihen tatsächlich sind, auslaufen und nicht durch neue Ankäufe verlängert werden. Oder es gibt Käufer, die Geld für solche Anleihen zahlen, die theoretisch aus diesen Beständen an den Markt kommen könnten. Dieses Geld, einst frisch gedruckt, verschwindet dann vom Markt.

Das heißt, die Geldmenge wird durch diese noch kleine Aktion etwas verringert (wenn nicht gleichzeitig die günstigen Zinsen über Kredite bei Geschäftsbanken neues Geld erzeugen, jeder Kredit erzeugt neues Geld). Je weniger die Geldmenge sich ausweitet oder wenn sie gar schrumpft, werden aber die Zinsen tendenziell wieder und weiter steigen, jedenfalls für den Dollar-Raum. Dennoch wächst die US-Wirtschaft. Deshalb werden auch die Zinsen der Notenbank im Dezember aller Voraussicht nach wieder steigen. Zudem möchte die Fed die Anleihen-Verkäufe ab dem Jahr 2018 sogar ausweiten und die Bilanz um 50 Milliarden Dollar monatlich abbauen.

Auswirkungen auf die Euro-Zone: Zinsen werden steigen

Der Euro wiederum wird angesichts dieser Ausgangslage tendenziell wieder schwächer. Die europäische Gemeinschaftswährung hatte schon im Vorfeld der Entscheidung gegenüber dem US-Dollar etwas nachgegeben. Jetzt werden die Devisenmärkte tendenziell den schwächeren Euro gegenüber dem Dollar abwerten, wenn die Zinsen in der Euro-Zone nicht auch steigen.

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Mit den besten Grüßen Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

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