Einlagensicherung in Deutschland bislang perfekt

Das System der Einlagensicherung in Deutschland richtet sich auch nach der Art der Bank.

Das System der Einlagensicherung in Deutschland richtet sich auch nach der Art der Bank.

Die derzeitigen Pläne der EU lösen Streit aus: Die Europäische Union bestrebt, die Einlagensicherung durch einen EU-weit zuständigen Einlagensicherungsfonds zu gewährleisten. Die nationalen Sicherungseinrichtungen
sollen dazu aufgelöst werden. Die deutschen Banken wehren sich dagegen. Sie argumentieren: Bei der Einlagensicherung in Deutschland sei es noch nie zu Ausfällen gekommen.

Deutsche Einlagensicherung am sichersten

Bisher ist es noch nie zu Ausfällen gekommen, unter denen die Bankkunden zu leiden hatten. Deutsche Banken sind – bis auf wenige Ausnahmen – deutlich risikoärmer als beispielsweise spanische oder irische Banken. Die Position der deutschen Banken erscheint nachvollziehbar. Eine gemeinsame Einlagensicherung käme der Vergemeinschaftung von Haftungsrisiken gleich. Das aber würde ausgerechnet die Banken bestrafen, die in Sachen Risikovorsorge vorbildlich sind. Ob die EU ihr Modell zur Einlagensicherung durchsetzen kann, ist daher aktuell fraglich.

5 Tipps für Sie als Bankkunde zur Einlagensicherung

Damit Ihr Geld auch wirklich sicher ist, sollten Sie die folgenden fünf Tipps bei der Einlagensicherung in Deutschland beherzigen:

Tipp 1: Lagern Sie Ihr Geld nicht zu Hause, sondern auf einem Konto. Auf einer Bank ist Ihr Geld trotz allem sicherer als in einem Tresor oder Versteck daheim. Denn Diebstahl oder Raub sind deutlich wahrscheinlicher als der Zusammenbruch einer Bank und der Ausfall der zuständigen Sicherungseinrichtung.

Tipp 2: Verteilen Sie Ihr Guthaben auf verschiedene Konten bei unterschiedlichen Banken. Sie vermeiden damit, bei einer Bankenpleite ganz ohne Geld dazustehen. Denn bis die zuständige Entschädigungseinrichtung wirklich zahlt, können mehrere Wochen ins Land gehen. Am besten eröffnen Sie die Konten sogar bei Banken, die unterschiedlichen Sicherungseinrichtungen angehören – also beispielsweise bei einer Volksbank, einer Sparkasse und einer Privatbank.

Tipp 3: Bevor Sie ein Konto eröffnen, fragen Sie die betreffende Bank nach ihrer Einlagensicherung. Im Internet finden Sie dazu meist entsprechende Informationen, indem Sie das Stichwort „Einlagensicherung“ ins Suchfeld auf der jeweiligen Banken-Website eingeben. Prüfen Sie dann (bei Privatbanken) nach, ob die Angaben stimmen. Eine Mitgliedschaft in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (gesetzliche Mindestabsicherung von 100.000 € pro Bankkunde) lässt sich auf www.edb-banken.de überprüfen, eine darüber hinausgehende freiwillige Mehrabsicherung über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken auf www.bankenverband.de.

Tipp 4: Meiden Sie Auslandsbanken, die nicht der deutschen Einlagensicherung angeschlossen sind, auch wenn sie noch so attraktive Guthabenzinsen für Tages- oder Festgeld bieten. Es gibt zwar durchaus einige, die das Geld ihrer Kunden über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands absichern (gegen diese Institute ist nichts einzuwenden). Viele Auslandsbanken haben sich aber der Sicherungseinrichtung ihres eigenen Landes angeschlossen. Auch wenn nicht jede ausländische Sicherungseinrichtung schlechter ist als die deutsche, sollten Sie doch vorsichtig sein: Bei einer
Bankenpleite haben Sie es im Ausland zumindest schwerer, Ihre Rechte durchzusetzen.

Tipp 5: Geld, das Sie aktuell nicht brauchen und nicht als Notreserve auf ein Tagesgeldkonto legen, investieren Sie besser in Sachwerte wie Aktien oder Immobilien. Denn hier ist keine Einlagensicherung nötig, um Ihr Eigentum zu schützen, und zudem erwirtschaften Sie damit auf lange Sicht oft attraktivere Renditen als mit Bankguthaben.

Hier finden Sie eine Übersicht zur Einlagensicherung in Deutschland.

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