Xetra-Gold: Anlage-Alternative für einen steigenden Goldmarkt

© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

Gold als Anlageform bleibt ein spannendes Thema. Das große Interesse daran konnten wir auch auf der Anlegermesse Invest sehen, wo es viele Fragen zu den weiteren Perspektiven von Gold und Goldminen gab. Und auch Leser unseres Newsletters melden sich regelmäßig in der Redaktion, um Nachfragen zu Gold-Investments zu stellen.

Dabei immer wieder genannt: Xetra-Gold. Was keine neue Goldsorte ist, sondern ein spezielles Investment-Vehikel, das durchaus Vorteile aufweist. Aufgrund der vielen Nachfragen dazu heute noch einmal kurz zusammengefasst, was dieses Anlageinstrument ausmacht.

 

Zeichner besitzen Forderung auf physisches Gold

Der Ausstattung nach handelt es sich bei Xetra-Gold um eine Inhaber-Schuldverschreibung. Das bedeutet, dass damit zum einen eine Forderung gegen den Emittenten verbrieft wird. Zum anderen muss der Besitzer des Papiers (Inhaber) nicht namentlich genannt werden. Das macht auch den Verkauf solcher Papiere leicht. Andere Fälle wären zum Beispiel Namensaktien.

Im Fall von Xetra-Gold ist die Forderung gegen den Emittenten durch physisch im Tresor hinterlegtes Gold abgesichert. Was auch bedeutet, dass die Zeichner von Xetra-Gold einen Anspruch auf die Auslieferung von Gold hätten. Dagegen könnten Sie gegenüber dem Herausgeber keine Kapitalforderung geltend machen.

Das unterscheidet Xetra-Gold auch von vielen anderen Gold-ETFs. Denn hierbei gibt es zwar viele, deren Vermögenswert mit physischem Gold unterlegt ist. Doch Investoren haben dennoch nur Anspruch auf eine Geldzahlung.

 

Was Xetra-Gold kostet

Zurück zum Xetra-Gold. Herausgeber dieses Anlage-Instrumentes ist das Gemeinschaftsunternehmen Deutsche Börse Commodities. Die Gemeinschaft beinhaltet die Deutsche Börse sowie fünf Banken und den belgischen Materialtechnik-Konzern Umicore, der 2003 die Edelmetall-Aktivitäten der ehemaligen Degussa Metals Catalysts Cerdec AG übernommen hatte.

Xetra-Gold können Sie über die Börse kaufen. Neben den Transaktionskosten fällt dafür eine Gebühr an. Es sind 0,36%, die Xetra-Gold der Depotbank des Kunden für die Lagerung des Goldes in Rechnung stellt. Dabei eine besondere Information für Kunden der ING-DiBa: Die Direktbank will diese Kosten nicht weitergeben und hat deshalb Xetra-Gold nicht im Programm.

 

Xetra-Gold inzwischen auch steuerlich interessant

Als Zeichner von Xetra-Gold können Sie die Anteile, wie auch bei Aktien, jederzeit über die Börse verkaufen. Wobei Xetra-Gold allerdings aus steuerlicher Sicht deutlich interessanter ist. Denn während bspw. Gewinne auf Aktien auch nach einem Jahr Haltedauer beim Verkauf mit der Abgeltungssteuer versteuert werden müssen, fällt dies bei Xetra-Gold weg.

Haben Sie die Anteile länger als ein Jahr im Depot gebucht, sind die Kursgewinne für Sie steuerfrei. Nach langem Hin und Her hat das der Bundesgerichtshof 2015 so entschieden. Das Bundesfinanzministerium folgt dem seit Januar 2016. Die Finanzverwaltung ist angewiesen, von den Depotbanken keine Abgeltungsteuer mehr zu kassieren.

Fazit: Xetra-Gold ist durchaus eine interessante Alternative zu einer eigenen Direktanlage in Gold und auf jeden Fall zu anderen Gold-ETF.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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