Immobilienfinanzierungen: Worauf Sie achten sollten

Was bei Hausfinanzierungen zu beachten ist

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Wenn Sie jetzt die Anschaffung einer Immobilie planen – ob selbstgenutzt oder zur Kapitalanlage -, sollten Sie sich nicht durch das aktuelle Marktumfeld drängen lassen. Denn das Argument, dass die Preise auf dem hiesigen Immobilienmarkt stetig steigen, verliert zunehmend an Wirkung.

Nach Ansicht von Experten dürfte der rasante Preisanstieg der letzten Jahre nun zu einem Ende kommen. Zwar bleibt das Interesse von Käuferseite hoch. Doch die potenziellen Käufer zeigen sich mittlerweile auch deutlich preisbewusster. Damit dürfte eine Konsolidierung des Preisniveaus auf hohem Niveau vorgezeichnet sein.

 

Keine Eil-Entscheidungen beim Immobilienkauf treffen

Diese Entwicklung sollten Sie nutzen, um gründlich und in Ruhe über eine Anschaffung und vor allem über die aufgerufenen Preise nachzudenken. Eile ist immer ein schlechter Ratgeber. Vor allem, wenn es um Fragen der Finanzierung geht, sollten Sie genau rechnen.

Sicher: Auch bei Immobilienfinanzierungen wurde in den letzten Monaten ein erster Umschwung deutlich. Dennoch gilt weiterhin: Die aktuellen Konditionen sind noch attraktiv. Für eine 10-jährige Zinsbindung bei 70% Fremd-Finanzierung sind heute im Schnitt 2,8% Zinsen zu zahlen. Für 15-jährige Darlehen sind es 3,4%.

 

Banken bleiben spendabel

Die Banken zeigen sich bezüglich Immobilienfinanzierungen weiterhin durchaus spendabel. So ermöglichen sie auch Kunden mit geringen Ersparnissen eine entsprechende Finanzierung. Zwar sind mindestens 20% Eigenkapital erwünscht. Doch Vollfinanzierungen sind keine Seltenheit. Nur die Bonität muss stimmen.

Verschlechtert sich diese später, werden im günstigsten Fall die Zinsen erhöht. Im Extremfall wird der Kredit gekündigt.

 

Übernehmen Sie sich nicht bei der Finanzierung

Vor allem, wenn Sie noch etwas jünger sind, sollten Sie darauf achten, sich bei Finanzierungen nicht zu übernehmen. Als Faust-Formel gilt, dass maximal 30% bis 40% des Nettoeinkommens für Zins und Tilgung draufgehen sollten. Denken Sie dabei einfach auch an die Alternative einer Mietwohnung. Und was in dieser Hinsicht finanziell für Sie tragbar wäre.

Wichtig: Nutzen Sie die günstigen Konditionen, um eine möglichst lange Zinsfestschreibung von 15 oder 20 Jahren vorzunehmen. Ihre Vorteile: Sie schaffen sich damit eine hohe Planungssicherheit, bleiben dennoch flexibel. Denn nach 10 Jahren können Sie trotzdem kündigen, wenn sich dann etwas Besseres findet.

Außerdem sollten Sie das niedrige Zinsumfeld dazu nutzen, eine möglichst hohe monatliche Tilgung zu vereinbaren. Wer sich in der Niedrigzinsphase auf 1% Tilgung einlässt, wäre erst nach etwa 45 Jahren schuldenfrei. Vernünftiger wären also eher 2% oder 3%. Außerdem sollten Sie die Möglichkeit von Sondertilgungen vereinbaren.

 

Rechnen Sie auch den schlimmsten Fall durch

Grundsätzlich gilt: Rechnen Sie auch mit dem schlimmsten Fall eines Zahlungsausfalls. Das würde konkret bedeuten, dass bei einer Zwangsversteigerung beim ersten Termin ein Mindestgebot von 70% des ermittelten Immobilienwerts für den Zuschlag nötig wäre. Beim zweiten Termin wären es nur noch 50%.

Letztlich heißt dass, dass Sie sich mit 50% Eigenkapital bei einer Immobilienfinanzierung selbst im schlimmsten Fall von weiteren Haftungsansprüchen frei machen würden.

Da die wenigsten Käufer mit 50% Eigenkapital aufwarten können, müssen Sie entsprechend noch genauer die zu kaufende Immobilie unter die Lupe nehmen, was Wert und Lage betrifft.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
Print Friendly, PDF & Email

keine Kommentare...