Worauf Sie bei Anlagen in ETF achten sollten

© Alterfalter / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

kurz in die Runde gefragt: Wie investieren Sie Ihr Geld? Wir würden uns nicht wundern, wenn in vielen Depots unserer Leser auch so genannte ETF (Exchange Traded Funds – börsennotierte Fonds) liegen. Denn ETF erfreuen sich vor allem bei Privatanlegern weiterhin einer großen und in etlichen Segmenten auch noch wachsender Beliebtheit.

Das gilt vor allem für Index-Fonds, die mehr oder minder bekannte Aktien- oder Rentenindizes nachbilden. Denn mit diesen Fonds haben Sie als Anleger zum einen die Möglichkeit, mit nur einem Wertpapier ein ganzes Marktsegment, wie z. B. die DAX-Werte, nachzubilden, ohne sich im Zeitablauf um Index-Gewichtungen oder Wechsel in der Zusammensetzung zu kümmern.

 

Niedrige Kosten sprechen für ETF

Zum anderen haben diese Fonds in der Regel eine sehr günstige Kostenstruktur, so dass sich die niedrigen Gebühren auf längere Sicht in höheren Nettorenditen niederschlagen. Das liegt daran, dass solche Fonds meist so genannte passive Fonds sind, also 1:1 den Index nachbilden. Bei aktiv verwalteten Fonds gibt es dagegen einen Fondsmanager, der zwar auch bspw. einen Index nachverfolgt, aber selbst an den Gewichtungen einzelner Titel drehen könnte und sich diese Tätigkeit höher bezahlen lässt.

Wenn es um die Auswahl geht, in welchen Fonds bzw. ETF Sie investieren, sollten Sie auf einige Dinge aber dennoch aufpassen. Ein besonders wichtiges Kriterium bei Index-Fonds ist der Unterschied zwischen Kurs- und Performance-Indizes. Bei Kurs-Indizes fließen Coupons von Anleihen sowie Dividenden von Aktien nicht in den Indexstand ein.

Bei Performance-Indizes dagegen werden bereits ausgeschüttete Dividenden sogleich wieder reinvestiert. Das hat langfristig einen enorm positiven Einfluss auf die Wertentwicklung.

 

Achten Sie auf Transparenz

Die große Beliebtheit von ETF / Index-Fonds bei den Privatanlegern hat dazu geführt, dass die Banken nicht nur Produkte für die gängigen Aktienindizes auflegen, sondern sich eigene Indizes ausdenken, meist mit besonders innovativ klingenden Namen und fokussiert auf spezielle Anlageideen wie z. B. Branchenthemen.

Solche Angebote können Sie als Investoren sicher auch nutzen, doch sollten Sie darauf achten, dass hier klar ersichtlich ist, wie die zugrundeliegenden Indizes zusammengesetzt sind und nach welchen Kriterien Mitglieder in den Index aufgenommen werden oder herausfallen. Diese Transparenz ist unverzichtbar.

 

Gängige Indizes favorisieren

Wenn Sie sich diese Arbeit nicht machen wollen oder die dann meist doch etwas höheren Gebühren scheuen, sollten Sie ausschließlich in gängige, nach der Marktkapitalisierung gewichtete große Börsenindizes investieren. Das können in Europa etwa der Dax und der EuroStoxx 50 sein, in den USA beispielsweise der S&P500.

Bei internationaler Ausrichtung müssen Sie dann aber auch die Wechselkursentwicklungen und steuerlichen Bedingungen im Auge behalten, was ein Investment verkompliziert. Insofern: Ausländische ETF sollten schon einen echten Mehrwert bringen, bevor Sie sich hier für eine Investition entscheiden.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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