Wie steht es um die deutsche Konjunktur wirklich?

© drubig-photo /Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

wie schlecht ist die konjunkturelle Stimmung wirklich? Diese Frage dürfte Sie als Investoren in dieser Woche begleiten. Was sich vor allem an den avisierten Zahlen zum Ifo-Geschäftsklima-Index in Deutschland festmachen lässt.

Zu Ihrer kurzen Erinnerung: In der vergangenen Woche hatte es beim ZEW-Index der Konjunkturerwartungen einen herben Einbruch gegeben. Die Besonderheit an diesem Stimmungsindex: Er wird durch Umfragen bei Anlegern und Investoren berechnet. Das Ergebnis bedeutete entsprechend, dass die Investoren für die nächsten sechs Monate mit einem kräftigen Rückgang des Wirtschaftswachstums rechnen.

 

Welche Konjunkturerwartungen haben die Unternehmen?

Nun sind die deutschen Unternehmen dran. Denn der schon angesprochene Ifo-Geschäftsklima-Index, der am Dienstag veröffentlicht wird, stellt die Stimmung in der Wirtschaft dar, nachdem Tausende von Unternehmen zu ihren Einschätzungen der aktuellen und erwarteten Lage befragt wurden.

Und sollten die Prognosen Recht behalten, die derzeit im Markt kursieren, dürfte es gar nicht mal so schlecht aussehen. Denn es werden zwar sowohl beim Geschäftsklima-Index als auch bei den beiden Sub-Indizes für die aktuelle Lage und die Erwartungen Rückgänge im Indexstand erwartet. Doch diese sollen eher marginal ausfallen und wären dabei weit weg von der pessimistischen Haltung, die unter Anlegern und Analysten grassiert.

 

Weitere Erholungschancen für die Börse

Was am Ende für die weitere Börsenentwicklung eine spannende Perspektive ergeben dürfte. Denn wenn sich die konjunkturelle Entwicklung stabil zeigt, könnten auch die Bewertungen am Kapitalmarkt wieder Aufwind bekommen. Schon in den letzten Tagen hatte der DAX als deutsches Börsen-Leit-Barometer deutlich zulegen können. Mit positiven Impulsen von Seiten der Konjunkturerwartungen wären weitere Kursgewinne sehr gut möglich.

Zumal die Hoffnung nach wie vor im Markt ist, dass die EZB mit weiteren Liquiditätshilfen parat steht, um eine positive konjunkturelle Entwicklung zu unterstützen. Gewisse Hoffnungen hegen die Börsianer dabei im Zusammenhang mit den nächsten Inflationsdaten aus einzelnen Euro-Mitgliedsländern zum Ende der Woche, die vielleicht eine – zumindest verbale – Reaktion der EZB bringen könnten.

 

Amerika als Wackel-Kandidat

Also alles in Butter für diese Woche? Leider kann hier noch keine endgültige Entwarnung gegeben werden. Denn nach wie vor stellt sich Amerika als Belastung dar. Wobei ausgehend von den aktuellen Prognosen ein positiver Impuls aus den Zahlen von den Auftragseingängen für langlebige Güter am Donnerstag kommen könnte, wo wieder mit Zuwächsen gerechnet wird. Wichtiger dürfte allerdings die zweite Schätzung zum BIP-Wachstum im vierten Quartal sein, die am Freitag veröffentlicht wird.

Denn der aktuelle Marktkonsens geht davon aus, dass nach den zuerst gemeldeten 0,7% annualisierten Wachstum es nun etwas konkretisierter nur 0,5% gewesen sind. Das wäre natürlich erst mal eine Enttäuschung und würde die Diskussion wieder aufflammen lassen, ob die Fed ihre Zinswende abblasen muss, was deren Ruf erheblich schädigen würde.

Fazit: Nutzen Sie die Chancen, die sich durch die erwartete weitere Markterholung in Europa, insbesondere in Deutschland ergeben. Bleiben Sie aber vorsichtig und vergessen Sie nie die Absicherungen, um nicht am Ende auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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