Wie Sie gegen falsche Blitzer-Messungen vorgehen können

© kalafoto / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

wenn Sie regelmäßig als Autofahrer auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, dürfte ein Thema wohl auch bei Ihnen immer wieder für Gesprächsstoff sorgen: Die Radarfallen.

Wobei unbesehen ist: In vielen Fällen machen Geschwindigkeitsüberprüfungen durchaus Sinn. Das gilt insbesondere dann, wenn es ernste Gefahren für andere – und vor allem schwächere – Verkehrsteilnehmer geben kann. 30er Zonen vor Schulen und Kindergärten sind solch ein Beispiel und die Ahndung von Geschwindigkeitsüberschreitungen richtig.

 

Blitzer als Geldbeschaffungs-Maßnahme

Aber genauso wird man nach wie vor den Eindruck nicht los, dass an vielen Stellen nur deshalb Blitzer stehen, damit die jeweilige Kommune abkassieren und das eigenen Säckel füllen kann. Wobei hier oftmals dann aber so schlampig gearbeitet wird, dass Sie als eventuell betroffener Autofahrer gute Chancen haben, gegen falsche Radarmessungen Einspruch einzulegen und Recht zu bekommen.

Nach neusten Untersuchungen liegen die Erfolgschancen für Einsprüche bei über 10%. Grund für diese relativ hohe Erfolgsquote ist die zunehmende Beteiligung privater Messunternehmen.

 

Immer mehr private Anbieter mischen mit – gut für betroffene Autofahrer

Diese übernehmen in einigen Bundesländern, beispielsweise in Hessen, sogar zusätzlich technische Hilfsaufgaben. Dabei winken lukrative Provisionen. In vielen Fällen sind aber dann die Messergebnisse jedoch zweifelhaft. Zudem:

Von der Beschränkung auf Unfallschwerpunkte und Gefahrenstellen ist kaum noch etwas übrig geblieben. Besonders dann, wenn Sie in fremden Bundesländern unterwegs sind, ist höchste Vorsicht geboten. Ein Beispiel dafür kommt abermals aus Hessen: Denn dort sind auf einer Landstraße auf einer Strecke von 20 Kilometern ganze 14 Blitzgeräte installiert.

 

Warn-Apps bleiben legal, wenn der Beifahrer sie bedient

Viele Autofahrer versuchen da mit technischen Tricks gegenzuhalten. Nicht umsonst finden sich im Internet inzwischen zahlreiche Anbieter von so genannten Blitzer-Warn-Apps. Allerdings: Gerade in den vergangenen Tagen wurde gemeldet, dass solche Warn-Apps nicht mehr erlaubt sind.

Es drohen sogar Punkte in Flensburg. Was wohlweislich verschwiegen wird: Beifahrer dürfen die Apps ungestraft nutzen.

 

Überprüfen Sie, ob eine Klage lohnt

Um zum Ausgangsthema zurück zu kommen: Sollten Sie bei Blitzer-Messungen Zweifel an deren Korrektheit haben, lohnt sich möglicherweise sogar der Weg zum Verkehrsanwalt. Insgesamt gelten sogar bis zu 30% aller Messergebnisse als falsch und damit anfechtbar.

Aber natürlich muss auch darauf hingewiesen werden: Gegen Bußgelder und/oder Punkte zu klagen, sollten Sie nur in Betracht ziehen, wenn Sie tatsächlich keinen Geschwindigkeits-Verstoß begangen haben. Denn dann stehen auch die Chancen sehr gut, dass sich das bei den Geräten nachweisen lässt. Ansonsten: Zahlen und vergessen.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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