Wenn wir uns in Europa einmal umschauen, sieht es überwiegend düster aus

Wenn wir uns in Europa einmal umschauen, sieht es überwiegend düster aus

Wie es aussieht, steht sogar die Bundesregierung auf der Sonnenseite. Hohe Beschäftigung statt Arbeitslosigkeit lässt die Steuereinnahmen sprudeln. Der Bund kann sich am Markt so günstig wie noch nie mit Geld versorgen: Mit nur noch 2,6 % wird die neueste 30-jährige Bundesanleihe verzinst. Auf Basis der letzten beiden Jahre beträgt die Zinsersparnis ca. 45 Mrd. €.

 

Obwohl somit Anlass zu Optimismus besteht, stelle ich bei vielen Lesern noch immer große Skepsis fest. Angesichts der nach wie vor schwelenden Staatsschuldenkrise bezweifeln sie einen positiven Ausgang. Auf Nachfrage, was sie ganz konkret befürchten, erhalte ich von den meisten allerdings nur vage Antworten. Eine Leserin brachte es so auf den Punkt: „Das Vertrauen in alles ist irgendwie weg.“

 

Damit meinte sie zweifellos nicht nur die Politiker, die versuchen, sich durch die Krise durchzuwursteln. Auch der Ruf der Banken ist seit der Finanzkrise dahin. Sie trauen einander selbst nicht mehr über den Weg. Keine will einer anderen noch Geld leihen – bei einer Eskalation der Krise könnte sie ja den Bach runtergehen. Als Inbegriff der Verlässlichkeit galt viele Jahre lang die Stabilitätspolitik der Deutschen Bundesbank. Jetzt hat die EZB einen Kurs eingeschlagen, vor dem frühere Bundesbanker immer warnten.

 

Wenn auch Sie sich unbedingt Sorgen machen wollen, finden Sie dafür in der Tat zahlreiche Ansatzpunkte. Wie ich Ihnen eingangs schon schrieb, stehen wir jedoch deutlich besser da als alle europäischen Partner. Dass man uns deutschen Steuerzahlern tiefer in die Tasche greift als bisher, wird nicht zu verhindern sein. Immerhin erbringen wir aber noch Leistungen, die überhaupt besteuert werden können.

 

Wie es mit dem Euro auch weitergehen mag – Deutschland wird immer ein führendes Exportland bleiben. Die Betriebe hierzulande wirtschaften erfolgreich. Die Bürger halten die Binnenkonjunktur am Laufen. Das sollte ein guter Grund für mehr Optimismus sein. Zudem:

 

Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsnationen haben wir einen stabilen Immobilienmarkt aufzuweisen. In erster Linie deshalb, weil hiesige Baufinanzierungen überwiegend mit langen Zinsbindungen laufen. Variabel verzinste Darlehen haben Immobilienkäufer in Südeuropa und den USA ins Unglück gestürzt. Bei uns sind solche Entwicklungen nicht zu erwarten. Auch das ist eine gute Nachricht.

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 05/2012)

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