Welche Rechte Sie als Inhaber von Zertifikaten oder Optionsscheinen haben…

© zmu / Fotolia.com

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Die Bankenwelt steht Kopf, können Sie überall lesen. Die Commerzbank und die Deutsche Bank haben allein seit Beginn des Jahres mehr als 50 % an Börsenwert verloren. Die Deutsche Bank wartet jetzt noch auf die Forderungen aus den USA für Vergehen während der Finanzmarktkrise. Wahrscheinlich werden die Amerikaner die bisherigen Forderungen letztlich drastisch zurückschrauben, wenn auch die EU im Steuerstreit mit Apple einlenkt. Nur: Die Banken haben darüberhinaus erhebliche Probleme. Wer Zertifikate oder Optionsscheine hält, könnte darunter leiden.

Vorsicht vor diesen Papieren

Diese sogenannten Derivate verbriefen das Recht auf eine Rückzahlung des Geldes, das Sie investiert haben – abhängig davon, was ein zugrundeliegender Wert wie etwa der Dax als Index macht. Je nachdem, wie ein solches Derivat ausgestaltet ist, können Sie am Ende mehr Geld zurückfordern, Ihr Kapital erhalten oder weniger Geld zurück beziehen.

Wenn aber der Emittent, das heißt die Bank nicht zahlen kann – was passiert dann? Viele Investoren gehen noch davon aus, dass es ein Einlagensicherungsgesetz gibt, das dann greifen könnte. Dies ist falsch. Das Einlagensicherungsgesetz bezieht sich auf die Sicherung der Spareinlagen bei Banken.

Tatsächlich gibt es bei Derivaten wie Zertifikaten oder Optionsscheinen überhaupt keinen Schutz. Dies hat sich auf dramatische Weise vor acht Jahren gezeigt, als die Bank Lehman Brothers in den USA plötzlich nicht mehr zahlen konnte. Viele Anleger haben Geld verloren. Einige konnten nur deshalb einen Teil ihres Einsatzes retten, weil sie Anlageberater hatten, die sie auf diese Risiken nicht hinreichend hingewiesen hatten.

Die Banken warnen selbst

Immer dann, wenn Sie Werbung für solche Derivate sehen, werden Sie auch Warnungen von den Emittenten selbst lesen können. Diese Warnungen sind inzwischen vorgeschrieben. Sinngemäß heißt es, dass im Falle einer Insolvenz der Bank ein totaler Zahlungsausfall möglich sei.

Deshalb sind derzeit Derivate von der Deutschen Bank oder der Commerzbank deutlich riskanter als dieselben Papiere vieler anderer Banken. Noch ist nicht die Zeit gekommen, um Panik zu verbreiten. Allerdings stehen die Vorzeichen schlechter als noch nach der Finanzkrise.

Wenn Sie Derivate wie Zertifikate oder Optionsscheine kaufen wollen, dann überlegen Sie, ob es Alternativen im Bereich börsengehandelter Fonds gibt, also ETFs. Fonds sind im Gegensatz zu den Schuldverschreibungen bei Derivaten Sondervermögen und sind rechtlich gegen einen Konkurs der betreuenden Fondsgesellschaft geschützt. Gerade in den jetzt sehr lebendigen Zeiten der Bankenwelt sollten Sie auf einen solchen Schutz nicht verzichten.

Sollten Sie Zertifikate oder Optionsscheine der Deutschen Bank oder der Commerzbank halten, könnten Alternativen anderer Banken besser sein.

 

 

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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