Was von der nun beginnenden Berichtssaison zu erwarten ist

© Gina Sanders / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

wenn Sie an der Börse engagiert sind, bekommen Sie ab dieser Woche besonders viel zu tun. Denn am heutigen Montag fällt quasi der inoffizielle Startschuss für die nächste Quartalsberichtssaison, wenn am Abend der amerikanische Aluminiumproduzent Alcoa seine Zahlen für das zurückliegende erste Quartal präsentiert.

Wobei seine Zahlen eine besondere Brisanz haben. Denn Aluminium wird in vielen Branchen als Grundstoff verwendet. Damit könnten die Geschäfte von Alcoa auch die Situation in anderen Wirtschaftssektoren widerspiegeln. Und da versprechen sich die Analysten momentan nichts Gutes.

 

Sehr negative Prognosen bestimmen das aktuelle Bild

Bezogen auf die Unternehmen, die im bekannten S&P-500-Index an der Wall Street notiert werden, wird mit einem deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal gerechnet. Auf durchschnittlich minus 9,5% prognostizieren die Analysten derzeit die Gewinnentwicklung. Wobei sich die Erwartungen erst in den letzten Wochen so stark eingetrübt hatten. Ende letzten Jahres hatten die Prognosen noch ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 0,5% gesehen.

Wenn Alcoa also patzt, dürfte das von vorneherein als Bürde für die Quartalsberichtssaison gesehen werden. Zumal in dieser Woche weitere Negativ-Kandidaten avisiert sind. Das gilt insbesondere für die amerikanischen Banken, bei denen in der Mehrheit ebenfalls Gewinnrückgänge erwartet werden. Aber es bestehen auch noch Chancen.

 

Kurs-Chancen durch positive Überraschungen

Denn bei den Zahlen kommt es auf die Details an und ob es den Firmen vielleicht gelingt, die negativen Erwartungen wenigstens nicht ganz so stark auszufüllen, sprich weniger Einbußen hinzunehmen. Dann könnte sich daraus wieder eine etwas optimistischere Haltung im Markt ergeben, dass es doch nicht alles so schlimm ist, was dann wohl schnell auch wieder in steigende Kurse umgemünzt werden würde.

Aber es dürfte in den nächsten Wochen ein echter Balance-Akt werden, bei dem Sie sich als Investoren immer absichern sollten. Das gilt im Übrigen auch mit Blick auf die aktuelle „Großwetterlage“. Denn neben den Unternehmenszahlen sind auch noch einige Konjunkturdaten avisiert. Dabei sollten Sie insbesondere am Mittwoch aufpassen, wenn sowohl Einzelhandelsumsätze in Amerika als auch das so genannte Beige Book veröffentlicht werden.

 

Anleger sollten jetzt auf Sicht fahren

Letzteres ist ein Bericht zur konjunkturellen Situation in Amerika und wird von den regionalen Fed-Filialen zusammengestellt. Damit bekommt der Markt einen tieferen Einblick in die tatsächliche konjunkturelle Situation und kann entsprechend auch mit den bisherigen Statements aus der Washingtoner Fed-Zentrale vergleichen.

Deshalb unser Fazit für diese Woche: Vorsicht scheint weiterhin geboten. Ein, zwei Enttäuschungen bei den Firmenzahlen und der Markt könnte sich wieder in generell negative Stimmung festfahren. Hier müssen Sie flexibel bleiben, können zwar Chancen aus positiven Zahlen ausnutzen, sollten aber immer an entsprechende Stopp-Loss-Absicherungen denken.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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