Was Sie beim Verkauf eines Firmenwagens beachten sollten

© kalafoto / Fotolia.com

© kalafoto / Fotolia.com

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

wenn Sie als Unternehmer Fahrzeuge im Betriebsvermögen haben, kommt irgendwann der Tag, wo Sie wieder über einen Verkauf nachdenken werden. Schließlich hat solch ein Fahrzeug, gerade im dauerhaften betrieblichen Einsatz, seine beschränkte Lebensdauer.

Wenn Sie planen, das Fahrzeug zu verkaufen, müssen Sie aber aufpassen. Denn es warten bei der Umsetzung der Verkaufspläne erhebliche steuerliche und rechtliche Fallstricke, die es zu meiden gilt.

Dazu folgende Vorüberlegung: Ein Verkauf macht in der Regel dann Sinn, wenn die Abschreibungsfrist abgelaufen ist. In diesem Fall wären es sechs Jahre. Der so genannte Entnahmegewinn errechnet sich dann aus dem Entnahmewert (den ein Käufer als Wert ansetzt) und dem Buchwert des Fahrzeuges.

 

Alles über dem Buchwert ist Gewinn

Grundsätzlich dürften Sie darauf bedacht sein, für das alte Gefährt einen möglichst guten Preis zu erzielen. Das ist der Fall, wenn der Verkaufserlös nach 6-jähriger Abschreibung noch weit über dem Buchwert liegt. Aber Achtung: Alles, was über den Buchwert hinausgeht, wird beim Verkauf des Firmenwagens als Gewinn gewertet und ist voll steuerpflichtig.

Eine Umsatzsteuerpflicht besteht selbst dann, wenn bei der Anschaffung des Fahrzeuges kein Vorsteuerabzug möglich war. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie das Fahrzeug von einem privaten Verkäufer erworben hatten. Um die Umsatzsteuerpflicht zu vermeiden, raten Steuerexperten zum so genannten „Entnahme-Verkaufs-Modell“.

 

So können Sie eine Umsatzsteuerpflicht vermeiden

Dazu ist das Fahrzeug vor einem geplanten Verkauf aus dem Betriebsvermögen zu nehmen und in das Privatvermögen zu überführen. Wurde das Fahrzeug ohne Umsatzsteuer angeschafft oder eingelegt, fällt bei dieser Art der Entnahme keine Umsatzsteuer an.

Sie können dann auch faktisch sofort den Wagen privat weiterverkaufen. Dieses Vorgehen wurde im Übrigen auch durch höchstrichterliche Entscheidungen gebilligt (Zum Nachlesen: Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 08.03.2001, Az. C-415/98 und des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 31.01.2002, Az. V R 61/96).

 

Bei Verkauf an Privat gelten Gewährleistungspflichten

Sollten Sie einen direkten Verkauf bevorzugen, müssen Sie folgendes wissen: Die Entnahme muss klar belegt werden. Verkäufer sollten dabei auch den Zeitpunkt schriftlich festhalten. Und es ist weiterhin zu beachten, dass bei einem Verkauf an Privatpersonen zwingend die gesetzliche Gewährleistungspflicht gilt.

Das bedeutet: Zwei Jahre müssen Verkäufer für alle Mängel haften, die Frist kann aber vertraglich auf 1 Jahr verkürzt werden. Ein Gewährleistungsausschluss ist nur möglich, wenn das Fahrzeug an ein anderes Unternehmen veräußert wird. Verkaufen Sie an einen Autohändler, können Sie auch mit diesem einen Haftungsausschluss vereinbaren. Das kann letztlich wirtschaftlicher sein als der höhere Preis beim Verkauf an eine Privatperson.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Print Friendly, PDF & Email

Kommentare sind nicht erlaubt.