Was ist von den Kursverlusten bei Technologiefirmen zu halten?

© forestpath / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

gehörten Sie auch zu den Anlegern, die sich in den vergangenen Tagen verwundert die Augen rieben? Diese Frage zielt auf das ab, was aktuell an der Wall Street speziell mit Technologiewerten passiert.

Da lieferte beispielsweise Apple eine deutliche Gewinnsteigerung im letzten Quartal ab und trotzdem schickten die Investoren die Aktie in den Keller. Wenig anders erging es Tech-Größen wie Microsoft oder IBM, deren Zahlen ebenfalls nicht gut ankamen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Risiko-Aversion vieler Anleger gegenüber Technologieaktien nimmt sichtbar wieder zu. Wobei es augenscheinlich nicht den einen „großen“ Grund gibt, warum hier Gewinnmitnahmen ausgelöst wurden.

 

Der Misserfolg hat viele Väter

Vielmehr ist es wohl eine ganze Reihe von kleinen Enttäuschungen, welche das Gesamtbild verdunkeln. Dazu zählen, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben:

  • dass der Markt für Smart-Watches wie die Apple iWatch nicht so richtig aus den Startlöchern kommt
  • dass die Zuwachsraten bei Smartphones längst nicht mehr so hoch ausfallen wie früher
  • dass sich mit Cloud-Angeboten offensichtlich noch kein signifikantes Geld verdienen lässt
  • dass die Zulieferer der großen Techfirmen augenscheinlich mit ihrem Kapazitätsausbau vorerst aufs falsche Pferd gesetzt haben

Natürlich müssen hier die einzelnen Firmen auch separat bewertet werden. So hat Microsoft sicher gute Voraussetzungen, aus seinem durchaus nachweisbaren rasanten Kundenaufbau für die hauseigenen Cloud-Angebote auch steigende Umsätze und Gewinne zu generieren.

Genauso sollte man die iWatch von Apple als derzeitiges Nonplusultra im Smartwatch-Markt noch nicht abschreiben, da solch ein neues Produkt seine Zeit brauchen kann, ehe es über Skaleneffekte auch zu einer hohen Profitabilität kommt.

 

Positive Erwartungen waren schon eingepreist und müssen nun korrigiert werden

Das Problem: Alle diese erreichbaren Ziele sind letztlich schon längst in den Kursen eingepreist gewesen. Dass es nun offensichtlich längere Zeit braucht, ehe sie sich wirklich in den Bilanzen niederschlagen, sorgt für Enttäuschung und für eine Re-Dimensionierung der Aktienbewertungen.

Was allerdings für entsprechend aufgestellte Anleger auch eine gute Nachricht ist. Denn dadurch werden sich zukünftig auch wieder attraktive Einstiegsmöglichkeiten ergeben. Denn eines ist trotz der vorangegangenen Rallye immer noch offensichtlich: Sonderlich teuer sind selbst Technologieaktien noch nicht. Zwar nicht mehr billig, aber eben auch nicht zu teuer.

 

Dividendenaktien bleiben für konservative Anleger erste Wahl

Allerdings bleibt es bei unserer Warnung, dass aufgrund der höheren Schwankungsanfälligkeit Investments in Technologiewerten eher etwas für spekulativer aufgestellte Anleger sind. Sollten Sie sich selbst mehr zu den konservativen Anlegern zählen, sollten Sie weiterhin unseren Empfehlungen zu Dividendenstrategien folgen.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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