Warum Sie vor 2018 noch alle Bankgeschäfte abschließen sollten…

© forestpath / Fotolia.com

Deutschland ist ein gründliches Land, wie wir alle wissen. Angeblich haben wir das dichteste Steuergesetzwerk. Wir haben die wohl am besten organisierte Arbeitswelt, in der Unternehmern quasi im Detail vorgeschrieben wird, wie sie ihr Unternehmen mit Mitarbeitern organisieren müssen. Ein Sozialsystem, um das uns angeblich die ganze Welt beneidet – wohl außer denjenigen, die einzahlen. Und jetzt haben wir auch ein Beratungsprogramm bei Banken vor uns, das …. Sie schützen soll. Der Deutsche Wirtschaftsbrief aber wird Ihnen dabei helfen, sich selbst vor diesem Beratungsprogramm zu schützen.

Sie werden, wenn Sie sich auf diese Regelung verlassen müssen, so schlecht beraten wie vielleicht noch niemals zuvor. Wir möchten Sie schützen – hier.

„Geeignetheitsprüfung“

Je besser und genauer Sie beraten werden, desto mehr Risiken gehen die Banken ein. Das ist die Kehrseite der „besseren Beratung“, die uns der Deutsche Bundestag beschert hat. Ab 2018 wird die Bank Ihnen kein Protokoll mehr zur „Anlageberatung“ ausstellen, sondern zusätzlich eine „Geeignetheitsprüfung“ vor die Beratung stellen. Also letztlich die staatlich übertragene Aufgabe an Bankberater – die teils selbst nur eine Ausbildung hinter sich haben und vielleicht jünger als Sie sind und weniger persönliches Geld haben -, Sie vor sich selbst zu schützen.

Das wird geprüft:

  • Kenntnisse und Erfahrungen von Ihnen mit Wertpapiergeschäften aller Art.
  • Ihre finnaziellen Verhältnisse inklusive der Fähigkeit, die möglichen Verluste zu verkraften
  • Ihre Anlageziele sowie Ihre „Risikotoleranz“.

Sie müssen sich quasi um die Anlage bewerben. Zumindest dann, wenn Sie bei der Bank vorstellig werden. Verbraucherschützer sind noch nicht einmal damit zufrieden: „Durch fehlende Standards können Berater die Geeignetheit in der Erklärung so begründen, wie sie es für richtig halten“. So die Begründung dafür, dass die Verbraucherzentralen Ihnen als Investor noch mehr Exaktheit wünschen, um dann vor Gericht vorstellig werden zu können.

Das wird teuer – für Sie

Wie immer im staatlich regulierten Leben – gut gemeint, aber es wird teuer. Stellen Sie sich einmal vor, das Ganze würde der Gesetzgeber in anderen Lebensbereichen ebenso verschärfen. Ihr Fleischer müsste Ihren Gesundheitsstatus abfragen sowie Ihren Kenntnisstand, bevor Sie die ungesunde Fleischwurst erhielten. Grillgut gäbe es erst gar nicht.

Ihr Bäcker würde Unverträglichkeitsprüfungen durchführen müssen – oder Sie zumindest darauf aufmerksam machen müssen, wie schädlich das Mehl ist bzw. für Sie sein könnte. Der Kellner im Restaurant würde ein Protokoll über das Beratungsgespräch führen und so weiter.

Nur in der Geldanlage wird scheinbar alles geprüft, wobei am Ende natürlich nichts geprüft werden kann. Denn Sie sind ja Kunde und im Regelfall kein Experte. Deshalb sind Sie ja bei der Bank. Die aber muss sich durch den Gesetzgeber wiederum vor Ihnen schützen und wird also so konservativ wie möglich beraten. Sie hat ja auch genügend eigene konservative Produkte im Angebot. Ihnen aber entstehen dadurch Kosten – Alternativkosten. Denn die richtige Beratung werden Sie dort nicht erhalten können. Weder hausfremde Alternativen noch renditestarke Geldanlagen. Daher laden wir Sie ein, noch vor 2018 zu reagieren. Möglichst weit davor. Verlieren Sie keine Zeit.

Mit den besten Grüßen
Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

PS: NEU: Kennen Sie die aktuelle Studie „Währungsangst 2016/2017“? Wie Sie Ihr Geld retten, wenn die Krise im Euro-Raum eskaliert Klicken Sie hier und sichern Sie sich Ihr Exemplar!

Print Friendly

Kommentare sind nicht erlaubt.