Warum der DAX auf über 11.000 Punkte klettern könnte

Kann der DAX von der Krise in den Schwellenländern profitieren?

Kann der DAX von der Krise in den Schwellenländern profitieren?

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

In den letzten Tagen knirschte es erheblich im Gebälk der internationalen Aktienmärkte. Das werden Sie – soweit Sie investiert sind – am eigenen Leib erfahren haben.

Aus Gesprächen mit einigen Lesern meines Newsletters weiß ich, dass bei vielen die von mir immer wieder angeratenen Stopp-Loss-Marken zur Absicherung der bisherigen Gewinne durchbrochen und die jeweiligen Aktien entsprechend verkauft wurden.

Was natürlich die Frage aufwirft, wann die nun verfügbar gewordene Liquidität wieder investiert werden kann. Die aktuell erreichten Kurse werden schon als Schnäppchenniveau angesehen. Doch stimmt das?

 

Fed setzt Reduzierung der Anleihenkäufe fort

Nun, ich sehe die aktuelle Marktlage als riskant, aber aussichtsreich an. Dies lässt sich vor allem von zwei Aspekten herleiten. Zum einen geht es nach wie vor um die Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Gestern fand die letzte Sitzung des geldpolitisch verantwortlichen Offenmarktausschusses der Fed unter Leitung des scheidenden Chefs Ben Bernanke statt. Viele Marktteilnehmer hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass die Fed die Reduzierung ihrer Anleihenkäufe aussetzt, um der neuen Chefin Janet Yellen allen Handlungsspielraum zu belassen.

Doch dem war nicht so. Es wurde eine weitere Reduzierung der Anleihenkäufe um 10 Mrd. Dollar auf nun 65 Mrd. Dollar pro Monat beschlossen. Dem Markt schmeckt das überhaupt nicht. Wenigstens ist die Notenbank aber damit konsequent und ein Stückweit berechenbarer als es in den vergangenen Jahren war.

Ich erwarte, dass sich die Investoren mit der absehbaren Entwicklung weiterer Reduzierungen abfinden werden.

 

Schwellenländer im Währungs-Chaos

Problematischer ist das aktuelle Krisenszenario in den Schwellenländern. Der scheinbar ansatzlose Fall ins Währungs-Chaos hat viele ausländische Anleger verunsichert und eine große Kapitalflucht ausgelöst.

Die betroffenen Länder reagieren mit drastischen Gegenmaßnahmen. Als besonders erschreckendes Beispiel gilt dabei die Türkei, die ihren Leitzins in einem Schritt von 5,5% auf 10% hievte. Es ist kaum anzunehmen, dass die heimische Wirtschaft diesen Schritt ohne schwere Blessuren verkraftet.

Doch auch in Indien, Südafrika oder Argentinien werden die geldpolitischen Zügel angezogen, was für die dortigen Wachstumsprognosen negative Folgen haben dürfte. Kein Wunder, dass sich die Anleger rund um den Globus verunsichert zeigen. Schließlich waren es in den letzten Jahren vor allem die Schwellenländer, die mit ihrem Hunger nach Wachstum auch die westlichen Unternehmen über Wasser hielten.

 

Kommt das Kapital wieder nach Frankfurt und New York?

Dennoch: Die Krise der Schwellenländer könnte auch eine große Chance für die westlichen Aktienmärkte bedeuten, also auch für Wall Street und Frankfurt. Denn das Kapital, das nun aus den Schwellenländern abfließt, will woanders investiert sein. Zwar versprechen die westlichen Kapitalmärkte weniger Rendite, dafür aber mehr Solidität.

Das kann am Ende zu einer entsprechenden Neuaufnahme der Rallye führen. Aktuell müssen die Börsianer hierzulande die Turbulenzen verkraften und einordnen. Doch wenn Sie als Anleger noch etwas Ruhe und Geduld bewahren, sollte sich das auszahlen.

 

DAX: Chancen auf neue Rallye

Wenn die globalen Kapitalströme die erwartete Richtung (go West) einschlagen, könnten wir beispielsweise im DAX ein charttechnisches Szenario wie im letzten Sommer bekommen.

Zur Erinnerung: Nach einer Sommerflaute kletterte der DAX um weitere 22%. Auf das heutige Niveau umgerechnet wäre dies ein erreichbarer Indexstand von über 11.000 Punkten.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
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