Unfassbar: Nach der Wahl kommt die Renten-Wahrheit

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Sie haben in den vergangenen Tagen von der nächsten Regierung nicht mehr viel gehört? Ich auch nicht. Die Verhandlungen werden nach den neuesten Informationen mindestens bis weit in den Dezember hinein laufen. Bis dahin weiß noch niemand im Detail, welche Verhandlungsergebnisse wir erwarten müssen. Sollten wir bis dahin einfach die Hände in den Schoß legen und abwarten? Als Unternehmer und als Privatier? Ich meine: nein. Jetzt geht es darum, die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.

„Gerücht“? Rente mit 77

Im Bundestagswahlkampf wurde das Thema Rente mehr oder weniger geschickt vermieden. In der berühmte Fernsehdiskussion zwischen Merkel und Schulz ist es einmal kurz vorgekommen. Ansonsten kaum. Dabei pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass es in Deutschland bei der bisherigen Rente nicht bleiben wird.

Die Kanzlerkandidaten hatten noch erklärt, die „Rente mit 70“ werde es nicht geben. Allerdings gab vor wenigen Tagen erst Gert Wagner, Vorstand beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) an, dass eine „Erhöhung des Rentenalters nach 2030“ die Finanzierbarkeit der Rentenversicherung wohl erleichtern würde. Moderat ausgedrückt. Er dachte an einen „Korridor“ von 68 bis 72 Jahren.

Michael Hüther, der das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) leitet, erwartet die Rente mit 70. Die gab es ohnehin schon einmal, bei der Gründung der Rentenversicherung unter Otto von Bismarck selbst. Damals erreichten nicht viele Anspruchsberechtigte dieses Alter: es diente sozusagen der Finanzierung durch Nichtzahlung.

Einfache Rechnung belegt das Dilemma

Wer nun nachrechnet, der weiß, dass das bisherige Rentensystem so nicht finanzierbar bleibt. Ab 2037 soll es etwa 23 Millionen Rentner statt bislang gut 20 Millionen geben. Das kostet 25 Milliarden Euro jährlich (!) mehr als bislang. Steigt die Lebenserwartung auch nur um 4 Jahre, sind dies 100 Milliarden wegen der höheren Zahl an Rentnern. Dazu noch 4 zusätzliche Jahre für bislang 20,5 Millionen Rentner, sodass einige hundert Milliarden Euro mehr fällig werden. Das wiederum bedeutet, dass die Rentner später weniger lange Rente beziehen dürfen und gleichzeitig länger einzahlen müssen.

Wird der bisherige Lebensstandard zugrundegelegt, werden später Geborene eines Tages bis zum 77. Lebensjahr arbeiten müssen. Diese simple Rechnung belegt. Sorgen Sie vor – so schnell wie möglich, unabhängig davon, in welchem Alter Sie sind. Wir empfehlen im „Deutschen Wirtschaftsbrief“ eine sehr einfache Absicherungsstrategie mit Sparplänen auf Aktien. Sehen Sie sich in aller Ruhe die Fakten hier an – kostenfrei.

Mit den besten Grüßen
Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

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