Superwahljahr 2011: Klarer Sieg für die SPD bei Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern

Ähnlich wie bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg konnten die Sozialdemokraten die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern klar für sich entscheiden. Nach dem amtlichen Zwischenergebnis erzielten Sellering und Co ein Ergebnis von 35,7 %.

Ein Kurzresümee der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern am 04.09.2011: Jubel bei  der SPD, Hadern für die CDU, Endzeitstimmung in der FDP.

Für die bürgerlichen Parteien FDP und CDU wird das Superwahljahr immer mehr zum Horror-Wahljahr. Die CDU musste hohe Verluste einstecken. Nur 23,1 % der Bürger wählten Angela Merkels Partei. Damit verlor die CDU fast den gleichen Prozentanteil, den die SPD im Gegenzug gewann. Noch schlimmer ging der Wahlsonntag in Mecklenburg-Vorpommern für die FDP aus. Sie erreichte ein Ergebnis von nur 2,7 %, schnitt damit schlechter ab als die NPD und scheitert somit an der 5 %-Hürde.

Die NPD erreichte 6 % Punkte und konnte somit wieder in den Landtag einziehen – der einzige Wehrmutstropfen für die jubelnden Parteien.

Für die Grünen ist das Superwahljahr wirklich ein Super-Jahr! Sie gewinnen an immer mehr Beliebtheit und konnten mit 8,4 % die 5 % – Hürde knacken. Für eine Koalition mit der SPD reicht das Ergebnis allerdings nicht. Koalieren könnte die SPD mit der  Linkspartei. Diese erreichte mit 18,4 % ein leichtes Plus.

Superwahljahr 2011 – Siegeszüge für die SPD

Das Superwahljahr steht für die SPD unter einem guten Stern. Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg konnte sie sich klar durchsetzen. Ebenso in Bremen mit 38,6 %. Auch die Wahlen in Baden-Württemberg, das eigentlich ein typisches CDU-Land war, und in Rheinland-Pfalz konnte die SPD für sich entscheiden.

Auch nach aktuellen Umfragen für die Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin am 18.09.2011 liegt die SPD unter Klaus Wowereit klar vorne. In 2012 folgt die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Hier verhalf vor allem die Affäre um CDU-Mann Christian Boetticher der SPD zu mehr Beliebtheit in den Umfragen.

Weshalb die SPD trotzdem ein Problem für Sie sein könnte  

Allein, dass die CDU fast dein gleichen Anteil an Verlusten, wie die SPD an Zugewinn von Wählern verzeichnet und die Wahl-Schlappe der FDP zeigen, dass die bürgerlichen Parteien CDU und FDP von ihrer Zielgruppe immer weniger gewählt werden.

Die Wähler sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden. Die Euro-Krise und die häufigen Unstimmigkeiten treiben die Wähler in die Arme der SPD. Dabei ist diese eine Partei voller Widersprüche. Einerseits will sie sich mit Peer Steinbrück  explizit für die bürgerlichen Wähler einsetzen. Auf der anderen Seite zielt ein geplantes Steuerprogramm klar auf Umverteilung ab. Für den Umgang mit der Euro-Krise fordert sie Euro-Bonds ein, obwohl viele ihrer potentiellen Leser genau diese Vergemeinschaftung von Schulden fürchten.

Das amtliche Zwischenergebnis des Wahlabends des 04.09.2011 auf einen Blick:

SPD:  35,7 % (+ 5,5 %)

CDU: 23,1 %  ( – 5,7 %)

FDP: 2,7 %  (- 6,9 %)

Linke: 18,4 (+ 1,6 %)

Grüne: 8,4 % (+ 5 % )

NPD: 6 % ( – 1,3 %)

Sonstige 5,7%

Bis es ein endgültiges Wahlergebnis gibt, wird allerdings noch dauern. Wegen eines im Wahlkampf verstorbenen CDU-Direktkandidaten wurden die Wahlen im Wahlkreis Rügen um 14 Tage verschoben.

Mögliche Ausgänge der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Nach dem bisherigen amtlichen Zwischenergebnis wäre eine Fortsetzung der aktuellen großen Koalition in Schwerin denkbar. Allerdings gibt es einen klaren Streitpunkt zwischen schwarz und rot: Den Mindestlohn.

Was dieses Thema betrifft, ist Ministerpräsident Sellering den Linken ein klares Stück näher. Auch diese Koalition wäre mit den bisherigen Ergebnissen denkbar. Auch rot-rot-grün könnte ein Ausgang der Wahl am 04.09.2011 in Mecklenburg-Vorpommern sein.

Welche Termine stehen noch an im Superwahljahr 2011?  

Am 11.09.2011 wählt Niedersachen seine Kreistage, Stadträte, Gemeinderäte, Samtgemeinderäte. Stadtbezirksräte, Ortsräte und die Regionsversammlung (Hannover).

Berlin wählt am 18.09.2011 das Abgeordnetenhaus..

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