So wechseln Sie Ihre gesetzliche Krankenkasse

© diego cervo / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

wenn Sie zu den rund 53 Millionen Bundesbürgern gehören, die gesetzlich krankenversichert sind, werden Sie sich vielleicht seit Jahresanfang schon diese Frage gestellt haben: Sollte ich besser die Krankenkasse wechseln, weil meine zu teuer geworden ist?

Warum diese Frage berechtigt ist, liegt an den Krankenkassen selber. Denn fast alle gesetzlichen Kassen haben zum Jahresbeginn ihre Beiträge erhöht. Im Gegenzug wurden aber dafür nicht die angebotenen Leistungen weiter ausgebaut, im Gegenteil. Es wurde zum Teil kräftig bei den Kassen-Leistungen gekürzt.

 

Krankenkassen verschlechtern Preis-Leistungs-Verhältnis

Laut einer Untersuchung der Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung (FAS) haben ein Viertel der gesetzlichen Kassen ihre freiwilligen Leistungen gekürzt. Besonders betroffen sind Bonus-Programme, Zahnreinigungen und Naturheilverfahren. In der Folge sind die Leistungsunterschiede zwischen den gesetzlichen Kassen noch größer geworden.

Und längst nicht immer spiegelt sich das in der Beitragshöhe wider. Bei vielen Kassen hat sich durch die Beitragserhöhung mit gleichzeitiger Leistungskürzung das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich verschlechtert. Laut der FAS ist dabei die Bochumer Betriebskrankenkasse Viactiv ein schlechtes Beispiel. Diese soll in Relation von Angebot und Preis die teuerste sein.

 

Worauf Sie bei der Wahl einer neuen Krankenkasse achten können

Bessere Noten hat dagegen die IKK Südwest bekommen. Diese sei zwar auch teuer, doch stimme da das Preis-Leistungs-Verhältnis. Als günstig bewertet wurden die AOK Plus, IKK Brandenburg-Berlin und HKK. Sie schneiden gut ab und liegen im Preis-Leistungs-Vergleich unter den Besten.

Damit wird Ihnen eine erste Richtschnur geliefert. Allerdings müssen Sie bei der Wahl Ihrer Krankenkasse einige Fragen für sich selbst beantworten. Legen Sie Wert auf bestimmte Leistungen, sollten Sie sich vor allem mit den Service-Angeboten beschäftigen. Hier gibt es eine erhebliche Bandbreite, was den direkten Vergleich zwar etwas erschwert, aber viele Krankenkassen haben sich besonders auf ein Thema (Sport, Ernährung etc.) fokussiert.

 

So können Sie zur neuen Kasse wechseln

Haben Sie dann eine Kasse gefunden, die auf Ihre Bedürfnisse und Ziele ausgerichtet ist, müssen Sie beim Wechsel einige Dinge beachten. Grundsätzlich gilt dabei: Wollen Sie zu einer anderen Kasse wechseln, muss jede gesetzliche Krankenkasse dies akzeptieren. Die übliche Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende, dann können Sie sich anderswo anmelden.

Selbst bei schweren Vorerkrankungen gibt es keine Gesundheitsprüfung oder höhere Beiträge. Wenn Sie zu einem Konkurrenzanbieter wechseln wollen, müssen Sie aber mindestens 18 Monate bei Ihrer bisherigen Kasse gewesen sein. Wurde seinerzeit ein Wahltarif vereinbart, kann sogar erst nach drei Jahren gekündigt werden.

Aber Achtung: Hat Ihre Kasse den Beitrag erhöht, könnten Sie auch als Neukunde sofort zum übernächsten Monat wechseln.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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