Seit Monaten tendiert der Euro an den Devisenmärkten zur Schwäche

Seit Monaten tendiert der Euro an den Devisenmärkten zur Schwäche

Abgesehen von Griechenland scheint das Risiko von Staatspleiten zu sinken. Bis zum Beginn des neuen Jahres hatte das noch ganz anders ausgesehen. Dennoch hat sich der Euro trotz vieler Probleme bislang wacker geschlagen. Alle, die das Ende unserer Währung angekündigt hatten, lagen also schief. Der Euro wird uns auch künftig erhalten bleiben.

Seit seiner Einführung hat sich der Euro zur wichtigsten Reservewährung nach dem US-Dollar entwickelt. Von 1999 bis heute ist sein Anteil von knapp 18 auf 25,7 % gestiegen. Fast 62 % bildet aktuell der Dollar.

Alle anderen Währungen kommen zusammen nur auf 12,6 %. Das unterstreicht die Bedeutung des Euro.

Nicht einmal die jüngsten Wechselkursverluste konnten ihn auf ein besonders niedriges Niveau drücken. Zuletzt war die Risikoaversion ausländischer Kapitalanleger gegenüber Euro-Wertpapieren gewachsen.  Viele hatten ihre Bestände daher verringert. Von einer Euro-Krise gehen die Finanzmärkte aber nicht aus. Sie orientieren sich an den Faktoren, die mittel- bis langfristig den Außenwert einer Währung bestimmen.

Das sind zum einen die Wachstumsaussichten und zum anderen die Zinserwartungen. 

Im Hinblick auf die Konjunktur sieht es derzeit in den USA um einiges besser aus als im Euro-Raum. Zudem hat die Europäische Zentralbank mit zwei Zinssenkungen auf den Wachstumseinbruch reagiert. Auch das veranlasste viele ausländische Investoren dazu, Positionen im Euro abzubauen.

Auf Sicht von mehreren Monaten ist zu erwarten, dass der Euro gegenüber dem Dollar noch schwach bleibt. Wechselkurse zwischen 1,25 und 1,20 Dollar werden als realistisch angesehen. Erinnern Sie sich noch? Im Oktober 2000 konnte man einen Euro in gerade mal 82 US-Cent umtauschen.

Die Finanzprofis gehen mehrheitlich davon aus, dass unsere Währung bald wieder an Vertrauen gewinnt. Entscheidend wird sein, den hohen Refinanzierungsbedarf der schwachen Länder weiter zu befriedigen. Legt sich die Krisenstimmung an den Märkten, verliert der US-Dollar als Fluchtwährung an Attraktivität.

Unter Spezialisten ist auf lange Sicht der Glaube an den Euro ungebrochen. Das sollte auch Sie beruhigen.

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 03/2012)

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