Schuldenkrise und Rezessionsangst sitzen den Anlegern weiter im Nacken

Schuldenkrise und Rezessionsangst sitzen den Anlegern weiter im Nacken

Der Umgang mit Rezessionen müsste eigentlich hinreichend bekannt sein. Solche Phasen erleben wir immer wieder – ob als Anleger oder Unternehmer. Was die weitere Entwicklung aber unberechenbar macht, ist die Schuldenkrise. Die Politik steckt in der Sackgasse und findet keine überzeugenden Lösungen.Das hat zu einer globalen Vertrauenskrise geführt. 

Rezession und Staatsschuldenkrise sind bei näherer Betrachtung allerdings nur die äußeren Symptome. Tatsächlich erleben die westlichen Industrienationen zurzeit einen tiefgreifenden Wandel ihrer Wirtschaft. Die Industrie, früher das Rückgrat, steht durch Niedriglohnkonkurrenz der Entwicklungsländer unter Druck. Das macht Umstellungen erforderlich. Viele Regierungen versuchen aber lediglich, die Folgen abzumildern.

Billige Kredite und Konjunkturspritzen gehen jedoch stets zu Lasten der Haushalte. 

Diese Politik des Durchwurschtelns ist nicht länger akzeptabel. Gerade das zeigt die derzeitige Situation. Mit kurzfristigen und halbherzigen Scheinlösungen geben sich die Finanzmärkte nicht mehr zufrieden.

Werden die strukturellen Probleme nicht grundlegend gelöst, wird der Druck auf die Politik anhalten. 

An den Börsen dürfte es deshalb turbulent bleiben. Das Ende der Talfahrt bei Aktien könnte noch ausstehen. In der Vorwoche habe ich geschrieben, dass ich jetzt sogar einen Bärenmarkt für durchaus möglich halte. Dann wären alle Kurserholungen nur von kurzer Dauer, und in der Tendenz würde es weiter abwärts gehen. Wer nicht bereit ist, auch längere Verlustphasen auszusitzen, sollte aktuell besser keine Aktien kaufen.

Wer dagegen gute Nerven hat und an Aktien glaubt, kann mit niedrigen Abstauberlimits operieren. 

Neue Turbulenzen drohen aber nicht nur Aktien. Auch an den Devisenmärkten sind die Risiken gestiegen. Nach der Intervention der Schweizer Nationalbank macht das Wort „Devisenkrieg“ wieder die Runde. So wünscht sich Japan dringend eine Abwertung des Yen, um dadurch seine Wirtschaft anzukurbeln.

Wegen der aggressiven Geldpolitik der USA besteht beim US-Dollar ein beträchtliches Wechselkursrisiko.

Deshalb rate ich schon seit geraumer Zeit von US-Staatsanleihen ab.

Ich erinnere Sie nochmals daran, dass sämtliche Anlagen auf Fremdwährungskonten reine Wetten sind. Geld verdienen können Sie damit nur, wenn es beim Rücktausch tatsächlich zu Kursgewinnen kommt.

Der Rücktausch erfolgt immer in Euro. Die gesetzliche Einlagensicherung greift bei Fremdwährungen nicht.

Der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes darf Entschädigungen nur in Euro vornehmen.

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 37/2011)

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