Schreiben Sie ein Comeback beim Gold noch nicht ab

© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

aus zahlreichen Kontakten mit Ihnen wissen wir, dass sich viele weiterhin für Gold-Investments interessieren, obwohl das gelbe Edelmetall in den letzten drei Jahren nun wahrlich keine Freude machte. Wir hatten diese Entwicklung wiederholt kritisch begleitet und dabei immer wieder empfohlen, Gold wirklich nur als Krisen-Absicherung zu sehen und entsprechende Anlagen auch danach auszurichten.

Sprich: Kleine Stückelungen physischen Goldes zu kaufen. Von den ganzen Papier-Instrumenten wie ETFs etc. halten wir wenig bis gar nichts, da im Notfall die Werthaltigkeit solcher Investments in Frage steht.

Dennoch: Auch wenn Sie Gold-Anlagen nur als Krisenvorsorge nutzen, so ist es doch interessant, was der Goldpreis in Zukunft machen wird. Denn mögliche Kursgewinne wären ja auch mal wieder nicht schlecht. Wobei nach unserer Einschätzung China eine Rolle spielen könnte.

 

Mögliche weitere Crashs an Aktienmärkten als Chance für Goldpreis

Denn der jüngste Crash am dortigen Aktienmarkt hat wieder einmal gezeigt, was mit Börsen passieren kann, die geldpolitisch aufgeputscht wurden. Zur Erinnerung: Im November vergangenen Jahres senkte die chinesische Notenbank überraschend ihren Leitzins und baute das in den folgenden Monaten aus. Die Folge: Von November bis Juni verdoppelte sich beispielsweise der Shanghai-Composite-Index glatt. Doch nun ist diese Blase geplatzt.

Allerdings blieb das auf den ersten Blick ohne positive Folgen für den schwachen Goldpreis. Diese hatte schon während der akuten Phase der Griechenlandkrise und auch damals im „heißen“ Konflikt um die Ukraine kaum reagiert und damit seine immer wieder genannte Eigenschaft als Krisen-Währung ignoriert. Wie ist das zu erklären?

 

Was den Goldpreis aktuell hemmt

Das aktuelle Marktumfeld bietet drei große Themen an, die auf dem Goldpreis lasten. Zum einen die Aussicht auf steigende Zinsen. Da Gold keine Dividende oder Rendite im eigentlichen Sinn abwirft, würde eine Gold-Anlage in einem Szenario steigender Marktzinsen unattraktiver werden.

Als zweite Belastung ist die derzeit niedrige Nachfrage aus den beiden wichtigsten Nachfragemärkten China und Indien zu nennen. Und zu guter Letzt belastet auch die eigene Charttechnik. Denn es sieht alles danach aus, als wenn die Gold-„Bären“ mindestens die Marke von 1000 Dollar je Feinunze sehen wollen, ehe sie den aktuellen Verkaufsdruck lockern.

 

Das sind die zukünftigen Chancen

Dennoch: Langfristig hat Gold durchaus Chancen auf ein Comeback. Denn wenn der China-Crash als Fanal für geldpolitisch aufgeblähte Märkte gewertet wird, dann ist nicht auszuschließen, das dies früher oder später auch westlichen Märkten zustoßen kann. Amerika wollen wir dabei mal außen vor lassen, da die Fed dort schon an einer Straffung arbeitet und so Luft aus der Blase lässt. Doch gerade Europa läuft Gefahr, eine Liquiditätsblase aufzubauen, da die EZB bekanntlich inzwischen alle Schranken hat fallen lassen.

 

Gold als Profiteur neu entflammter Inflationsängste

Platzt auch diese, dürfte die Inflationsangst zurückkehren. Denn viele Marktbeobachter rechnen damit, dass in solch einem Fall die Notenbanken angesichts weiterhin gültiger Tiefstzinsen nur noch mit zusätzlichem Gelddrucken reagieren könnten, was die Inflationsgefahr anheizt. Gold würde in solch einem Szenario sicherlich wieder deutlich interessanter werden.

Für Ihre Dispositionen bedeutet das: Sind Sie im Gold engagiert, bleiben Sie es. Harren Sie einfach aus. Neue Käufe drängen sich noch nicht auf, aber der Goldmarkt sollte weiterhin genau beobachtet werden.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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