Schon erste Erfolge für die EZB?

Welche Themen die Märkte bewegen?

Welche Themen die Märkte bewegen?

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

als Anleger können Sie momentan eher beruhigt agieren, da in der verkürzten Handelswoche wohl nicht viel anbrennen dürfte. Was vor allem an drei Aspekten liegt. Der offensichtlichste ist das faktische Fehlen von wichtigen Wirtschaftsdaten.

Einzig die Einzelhandelsumsätze in der Euro-Zone und die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Fed (beide Termine am Mittwoch) dürften ein gewisses Aufregungspotenzial für die Börsianer haben.

Die anderen beiden Aspekte beziehen sich auf Daten, die bereits vorliegen. Dabei geht es einerseits um die Teuerungsrate in der Euro-Zone. Wir hatten Sie schon diesbezüglich hier im „Wirtschaft vertraulich“ in der letzten Woche vorbereitet, dass die neusten Zahlen auch mit Blick auf das Anleihenkauf-Programm der EZB analysiert werden müssten.

 

EZB reklamiert Erfolg in Teuerungsrate für sich

Der Befund, nachdem sich der Preisrückgang im März auf minus 0,1% (Vormonat minus 0,3%) abgeschwächt hatte, fiel von Seiten der Zentralbank entsprechend positiv aus. Denn die Euro-Währungshüter sehen in der Verbesserung der Daten erste Erfolge des eigenen Programms. Was durchaus stimmen könnte, aber dennoch mit Vorsicht zu genießen ist. Denn im gleichen Zeitraum haben sich bekanntlich auch die Energiepreise wieder etwas erhöht.

Außerdem muss sich die EZB die Frage stellen lassen, ob sie bei solch einem schnellen sichtbaren Erfolg des Kaufprogramms nicht nachjustieren müsste, um ein späteres Überschießen der Inflation zu vermeiden. Dass man solche Gedanken vorerst weit von sich weist, ist klar. Denn das würde am Markt für erhebliche Unruhe sorgen.

 

US-Arbeitsmarktdaten werfen Fragen auf

Aber auch auf der anderen Seite des Atlantiks stellen sich neue Fragen. Denn die in der letzten Woche bekannt gegebenen Arbeitsmarktdaten für März fielen unerwartet schwach aus. Vor allem bei den neugeschaffenen Stellen blieb das Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurück. Dabei gilt diese Zahl vielen Anlegern als besonders wichtig für die Einschätzung der Dynamik des Arbeitsmarktes.

Welche Konsequenzen könnte das nun für die nähere Geldpolitik der US-Notenbank haben? Sie hat bekanntlich den Arbeitsmarkt als wichtigsten Indikator im Timing der bevorstehenden Zinswende benannt. Fängt dieser nun unerwartet an zu stottern, dürfte sich der Zinsentscheid weiter nach hinten verschieben.

 

Börse muss sich bald entscheiden

Allerdings gilt dabei: Ein einzelner verpatzter Monat wird die Notenbänker noch nicht von ihrem bisherigen Plan abbringen. Sollte der April aber erneut schwach ausfallen, reden wir schon über ganz andere Dimensionen. Das Problem ist, dass trotzdem die Marktreaktionen nicht wirklich kalkulierbar sind. Denn die Aussicht später steigernder Zinsen ist zwar positiv für Aktien und Anleihen. Ein schwacher Arbeitsmarkt als Hinweis auf eine Abschwächung der Wirtschaftsdynamik dürfte dagegen negative Folgen haben.

Ziehen Sie daraus folgende Schlussfolgerung: Aktuell können Sie am Markt voll investiert bleiben. Konzentrieren Sie sich aber bei Ihren Positionen zunehmend auf eher weniger konjunkturabhängige Branchen wie Pharma und Telekom. Und vergessen Sie nie die Absicherung gegen zu große Verluste.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Bildnachweis: Gevestor

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