Raufen sich Moskau und Kiew nicht doch noch zusammen, dürfte es ungemütlich werden

Raufen sich Moskau und Kiew nicht doch noch zusammen, dürfte es ungemütlich werden

Raufen sich Moskau und Kiew nicht doch noch zusammen, dürfte es ungemütlich werden

Die Besetzung der Krim durch Russland verstößt gegen das Völkerrecht

Vor fast genau 60 Jahren hat Chruschtschow die Krim der Ukraine geschenkt. Für Russland ist die Halbinsel aber von großer geschichtlicher Bedeutung.

Wohl auch deshalb wurde Kiew unausgesprochen der Krieg erklärt. 

Der Westen sieht sich in der Pflicht, auf den Völkerrechtsverstoß zu reagieren. Mit Hilfe wirtschaftlicher Sanktionen will er Putin zum Einlenken zwingen. Doch der Mann kann sich eine Schwäche im Heimatland nicht leisten. Denn:  In Kiew haben es die Menschen geschafft, ein autoritäres Regime zu verjagen. Um die eigene Position nicht zu gefährden, muss Putin wild um sich schlagen.

Er dürfte es eher auf einen Wirtschaftskrieg ankommen lassen, als westlichen Forderungen nachzugeben. Für den Fall wirtschaftlicher Sanktionen hat Russland Repressalien gegen Länder und deren Firmen angedroht. Die USA können darüber nur lachen. Bei der Energieversorgung sind sie auf Russland nicht angewiesen. Sie könnten sogar Flüssiggas nach Europa exportieren. Die US-Handelsvolumina mit Russland sind gering. Es sind gerade mal 40 Mrd. €. Die dortigen US-Außenhandelsinvestitionen belaufen sich auf lediglich 15 %.

Ganz andere Dimensionen müsste dagegen Europa verkraften, falls es zu gegenseitigen Repressalien kommt. Der russisch-europäische Handel hat mittlerweile nämlich fast 340 Mrd. € erreicht. Das ist in der Tat eine Menge. 75 % aller Auslandsinvestitionen in Russland stammen von Unternehmen, die in Europa beheimatet sind.

Diese würden von einem Wirtschaftskrieg daher mit Abstand am härtesten getroffen.

Bis zum Ausbruch der Krise galt Russland als wichtiger Wachstumsmarkt mit hohen Gewinnmargen. Auch wenn Putin deutsche Firmen kaum enteignen dürfte, könnte die Situation demnächst heikel werden.

Schon Probleme im Tagesgeschäft könnten viele deutsche Unternehmen empfindlich treffen.

So ist der Versorger E.on mit mehr als 4 Mrd. € der größte ausländische Investor im russischen Energiemarkt. BASF hat den bisher gemeinsamen Gashandel komplett auf Gazprom übertragen. Damit noch nicht genug: Die Tochter Wintershall hält Beteiligungen an sibirischen Gasfeldern und russischen Energieunternehmen. Im Jahr 2013 hat die BASF 5,7 % ihrer Einkünfte in Russland erzielt. Bei Siemens waren es nur 2 %. Indes:

Der Konzern hat Aufträge in Milliardenhöhe abzuarbeiten. Störungen kann sich Siemens da nicht leisten.

Andererseits ist Russland in hohem Maß auf die Deviseneinnahmen aus den Rohstoffexporten angewiesen. Zu über 85 % stammten sie im vergangenen Jahr aus den russischen Ausfuhren. Das weiß Putin nur zu gut.

Die Risiken sind daher für alle Beteiligten hoch, die Folgen einer Eskalation unkalkulierbar. 

Unberechenbar bleibt damit auch, wie sich die Börsen in nächster Zeit entwickeln werden. Bedenken Sie: Geopolitische Risiken in Kombination mit neuen Wachstumssorgen sind stets Gift für die Aktienmärkte. Bei Unternehmen, die in Russland stark engagiert sind, sollten Sie auf jeden Fall Stopp-Marken setzen.

Raufen sich Moskau und Kiew nicht doch noch zusammen, dürfte es ungemütlich werden. 

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