Neue Börsenwoche: Augen auf Amerika

© Gina Sanders / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

als Anleger dürfte Sie zum Beginn der neuen Börsenwoche wohl vor allem eine Frage umtreiben: Lässt sich die zuletzt gezeigte Erholung an den Börsen auch in dieser Woche fortschreiben? Nun, die Vorzeichen dafür sehen nicht mal schlecht aus.

Denn auf dem Tableau der avisierten Konjunkturdaten stehen einige Hoch-Karäter, die den aktuellen positiven Ansatz weiter vorantreiben könnten. Das gilt erneut vor allem für die USA. Mit den starken Auftragseingängen im Januar (Zahlen kamen letzte Woche), die auch uns etwas überrascht hatten, könnten in den kommenden Tagen zwei weitere wichtige Indikatoren zum Zünglein an der Waage werden.

 

Konjunkturdaten: Zwei Hoch-Karäter warten

Da wäre zum einen der Arbeitsmarktbericht am Freitag, der mit einer geschätzten Arbeitslosenquote von 4,9% im Februar und erwarteten rund 195.000 neu geschaffenen Stellen in den USA einen weiteren positiven Punkt setzen könnte. Bereits am Dienstag steht aber auch der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf dem Programm, gefolgt am Donnerstag vom Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor.

Während letzterer als unproblematisch gilt, weil er schon lange im expansiven Bereich geblieben ist (über der Marke von 50 Punkten), sieht es im verarbeitenden Gewerbe anders aus. Dort wurden zuletzt Werte unterhalb von 50 gemessen (im Januar 48,2 Punkte). Für die neuen Zahlen – und das ist dann das Positive – wird mit einer leichten Erholung gerechnet. Der Marktkonsens liegt dabei bei 48,6 Zählern. Immer noch mehr Kontraktion der Wirtschaft, aber deutlich abnehmendes negatives Momentum.

 

Super Tuesday im politischen Fokus

Apropos Dienstag. Sie konnten es in den letzten Wochen ja schon reichlich in der Presse verfolgen: Der Vorwahlkampf im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf ist inzwischen voll entbrannt. Wobei bislang bei den Republikanern das „Entfant Terrible“ der amerikanischen Politik, Donald Trump, die Nase vorn hat. Bei den Demokraten muss sich die eigentliche Favoritin Hillary Clinton immer noch des scharfen Konkurrenten Bernie Sanders erwehren.

Ob sie dabei den jüngsten deutlichen Erfolg bei den Vorwahlen in South Carolina nutzen kann, um endlich Abstand zum Herausforderer in den eigenen Reihen zu gewinnen, wird der so genannten Super Tuesday zeigen. Denn am morgigen Dienstag finden gleich in 13 US-Bundesstaaten Vorwahlen statt. Man kann davon ausgehen, dass das Ergebnis aus diesem Wahl-Marathon die Kandidatenfrage entscheidend beeinflussen wird.

 

Europa bleibt vorerst nur Zuschauerrolle

Bleibt zum Schluss: Was macht eigentlich Europa? Datenseitig gibt es zwar in dieser Woche neue Inflationsdaten und einige Einkaufsmanagerindizes aus Südeuropa. Doch so richtig elektrisieren können die nicht. Vielmehr wartet alles auf politischer Ebene auf den nächsten EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise am 7. März mit der Türkei. Also eine ganze Woche noch, in der sich die verschiedenen Protagonisten in Stellung bringen können.

Für Sie als Anleger kann dieser Gesamtrahmen bedeuten: Die Erholung am Aktienmarkt sollte vorerst weitergehen können, wenn nicht wieder der Ölpreis (oder etwas neues) querschießt. Nutzen Sie die Gelegenheit für den Einstieg bei günstigen Kursen, bleiben Sie aber vorsichtig, indem Sie immer Ihre Positionen absichern.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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