Neue Börsenwoche: Augen auf Amerika

© zmu / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

steigt auch bei Ihnen wieder die Spannung als Anleger? In wenigen Tagen startet die Berichtssaison für das nun fast beendete dritte Quartal und die Saure-Gurken-Zeit bei den Unternehmensnachrichten in den letzten zwei, drei Wochen ist damit endlich beendet.

Doch bevor sich die Firmen diesseits und jenseits des Atlantiks gegenüber dem Markt und Ihnen als Aktionären erklären müssen, schauen die Investoren in der neuen Börsenwoche noch auf einen reichlich gefüllten Terminplan für Konjunkturdaten.

Wobei Amerika traditionell das Gros der Termine liefert, da bekanntlich für die US-Wirtschaft alles und jedes gemessen und publiziert wird. Um Ihnen hier etwas Orientierung zu geben, ein kleiner Überblick über die aus unserer Sicht wichtigsten Zahlen.

 

Liefert der Arbeitsmarktbericht neue Rückschlüsse auf die Zinspolitik der Fed?

Besonderes Augenmerk sollten Sie am kommenden Freitag auf den Arbeitsmarktbericht lenken. Hier wird einerseits mit einem robusten Zuwachs um 200.00 Stellen im September gerechnet, andererseits mit einer Aufwärts-Revision der Zahlen vom Vormonat (bisher 173.000). Die Arbeitslosenquote sollte weiterhin bei rund 5,1% bleiben.

Wobei der Arbeitsmarktbericht sicherlich auch deshalb Gewicht hat, will er eine der großen Komponenten für die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed bildet. Vorletzte Woche hatte die Fed bekanntlich den Leitzins aufgrund der globalen Turbulenzen unverändert gelassen.

Das sorgte für Spekulationen, dass es in diesem Jahr nichts mehr mit der Zinswende wird. Dem ist nun Fed-Chefin Janet Yellen in der letzten Woche faktisch entgegengetreten. Doch setzen viele Börsianer inzwischen hinter solche Statements immer größere Fragezeichen. Diese könnten aber wieder kleiner werden, wenn der Arbeitsmarkt sehr positive Zahlen liefert.

 

Privater Konsum der US-Bürger bleibt enorm wichtig

Wichtige Zahlen kommen auch schon am heutigen Montag. Denn am Nachmittag werden Daten zu den persönlichen Einkommen und den privaten Konsumausgaben veröffentlicht. Beides sind Indikatoren für die nächsten Wachstumszahlen der US-Wirtschaft, deren Wachstum zu rund 70% vom privaten Konsum abhängt.

Und als dritte Veröffentlichung, die Sie im Auge behalten sollten, gilt der Einkaufsmanagerindex am Donnerstag, der Auskunft über den Zustand des verarbeitenden Gewerbes geben soll. Geschätzt wird, dass es für den September einen leichten Rückgang zum Vormonat gegeben hat, mit (im Konsens) erwarteten 50,6 Punkten aber immer noch ein Ausweis einer expansiven US-Wirtschaft.

 

Europa geht über die Inflationsdaten

Hinsichtlich möglicher Markteinflüsse sind die in Europa avisierten Zahlen eher zweitrangig. Allenfalls die am Mittwoch herauskommenden Inflationsdaten für Deutschland und die Euro-Zone könnten etwas Bewegung schaffen. Ansonsten dürften die europäischen Börsen und letztlich auch die deutsche von den Themen der Vorwoche weiterhin im Griff gehalten werden: Flüchtlingsproblematik und Volkswagen.

Fazit: Zum Wochenstart sollten Sie sich mit neuen Engagements erst einmal bedeckt halten. Erst wenn der DAX wieder über die Marke von 10.000 Punkten kommt, sollten Sie Ihre Positionen weiter ausbauen.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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