Nach den Anschlägen von Paris: Wie sollten sich Anleger verhalten?

 

© zmu / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

nach den vergangenen Tagen wird es wohl auch der Börse in Europa schwer fallen, wieder so einfach zur Tagesordnung überzugehen. Die abscheuliche Anschlagsserie in Paris hat auf den ersten Blick sicherlich keinen direkten Einfluss auf Unternehmensbewertungen und Konjunkturaussichten. Aber uns allen dürfte klar sein:

Der Ruf nach mehr Abschottung und Überwachung wird lauter werden. Hinzu kommt, dass die für die wirtschaftliche Prosperität so wichtigen privaten Verbraucher in solchen Zeiten an alles Mögliche denken, nur nicht ans Shoppen. Das dürfte für Frankreich gelten, aber auch für andere europäische Länder.

Dennoch: Wie nach dem 11. September 2001 und den anderen Terroranschlägen in Europa und in de ganzen Welt wird es weitergehen, wird es müssen, um den Terroristen nicht noch einen nachträglichen Triumpf bei ihrem Angriff auf unsere Lebensart zu gönnen.

 

US-Notenbank bleibt Spitzenreiter bei den Börsen-Trendsettern

Wenn es um Geld, Börse und Vermögen geht, gibt es in dieser Woche einige interessante Termine zu absolvieren. Wobei die amerikanische Notenbank Fed mit der Veröffentlichung ihres Sitzungsprotokolls aus dem Oktober ganz oben auf der Agenda landet.

Denn natürlich sind die Börsianer gespannt darauf, ob es zusätzlich zu den bereits bekannten Äußerungen zu einer immer wahrscheinlicher werdenden Zinserhöhung im Dezember noch andere Einschätzungen – so zum Umfang und Dauer weiterer Zinserhöhungen – gegeben hat.

 

Inflation im Fokus

Bei den „harten“ Fakten steht wieder einmal die Inflationsrate im Mittelpunkt. So wird in Amerika für den Oktober mit einem Anstieg der Teuerung um 0,1% (0,0% im Vormonat) gerechnet. Die Kernrate, die volatile Bereiche wie Energie und Nahrungsmittel ausklammert, soll unverändert bei 1,9% gelegen haben. Doch das ist nur ein Teil der Spannung.

Denn für die nächsten Monate erwarten die Experten in den Verbraucherpreis-Daten einen deutlichen Anstieg, weil die Teuerungszuwächse speziell bei Energie nun mit Vorjahresergebnissen verglichen werden, die vor einem Jahr schon den Kursverfall beim Rohöl reflektiert hatten. Daraus sollte sich nun ein etwas realistischeres Bild über die Lage bei der Inflation ergeben.

 

In Europa wird die Konjunktur-Stimmung neu abgefragt

In Europa dreht sich dagegen in dieser Woche von Seiten der Daten alles um Stimmungsfragen. Das gilt schon für morgen, wenn der ZEW-Konjunkturindex für Deutschlands und die Euro-Zone veröffentlicht wird. In diesem Indikator werden bekanntlich die Konjunkturerwartungen von Analysten und Investoren abgefragt und die scheinen auf Sicht der nächsten sechs Monate bislang sehr positiv gestimmt zu sein. Denn es wird in beiden Indikatoren mit zum Teil sehr deutlichen Verbesserungen gerechnet.

Am Freitag wird das Bild dann noch mit dem vorläufigen Index zum Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone komplettiert, wobei auch hier mit Verbesserungen gerechnet wird, auch wenn der Index selbst noch im negativen Terrain bleiben dürfte. Allerdings müssen solche Zahlen vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse mit großer Zurückhaltung interpretiert werden.

 

Vorerst Zurückhaltung wahren

Schließlich wurden die Berechnungen vor den Pariser Anschlägen gemacht. Erst die nächsten Zahlen werden deshalb zeigen, ob die Terroristen es geschafft haben, eine größere Verunsicherung dauerhaft zu verursachen.

Für Ihre persönlichen Dispositionen: Bleiben Sie vorerst zurückhaltend, bis sich die Lage wieder normalisiert hat. Positive Trotz-Reaktionen an der Börse sind zwar nicht auszuschließen, doch eben fundamental nicht belastbar.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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