Kony 2012 und die Macht von Social Media

Auch, wenn das Thema nicht direkt mit unseren eigentlichen Themen zu tun hat, sehen wir einen Anlass, Ihnen von „Kony 2012“ zu berichten. Denn das Kampagnen-Video der Aktivisten der NGO Invisible Children macht die unglaubliche Macht von Social Media deutlich: Über 32 Millionen Menschen wurden innerhalb von 3 Tagen auf den Youtube-Link  gelockt. Auf Facebook teilen etliche Nutzer das Video, um mit dieser Idee, die Welt zu verbessern

Kony 2012 – „Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“

Mit diesem bedeutungsschwangeren Satz beginnt das Kampagnen-Video, das sich gegen Joseph Kony, „den Schlächter von Uganda“, richtet. Kony ist Anführer der „Widerstandsarmee des Herrn“ (LRA=Lord’s Resistance Army). Er ließ Tausende Kinder entführen. In seinem Aufgtrag geschiehen tausende Morde, Verstümmelungen, Vergewaltigungen. Seit über 26 Jahren treibt Kony sein Unwesen auf einer Fläche von rund 100.000 Quadratkilometern zwischen Zentralafrika, Uganda und dem Kongo.

Schon lange wird Kony gesucht, selbst Sondereinheiten aus Uganda konnten ihn nicht finden. Wegen Verbrechenheit gegen die Menschlichkeit hat der Internationale Strafgerichtshof 2005 Haftbefehl gegen Joseph Kony ausgesprochen.

Eine Idee, die die Welt verbessern soll

Das Ziel der Aktivisten von Kony 2012 ist die Erhöhung des Drucks auf die politischen Verantwortlichen, so dass der Rebell und Schlächter noch in diesem Jahr gefasst und verurteilt werden kann. Das 30-minütige Video auf Youtube unter dem Namen Kony 2012 wurde seit seiner Veröffentlichung am 5. März bereits über 32 Millionen mal abgerufen und über 800.000 Mal positiv bewertet. Auf Facebook sprießen neben etlichen Postings des Videos auch Kony 2012 – Partys auf den Startseiten hervor.

Die Taten von Joseph Kony

Die Truppen der „Widerstandsarmee des Herrn“ (LRA)  überfielen schutzlose Dörfer,deren Männer sie ermodeten. Die Frauen wurden vergewaltigt und verstümmelt. Die Kinder entführt und zu Kindersoldaten gemachten. Viele der Opfer wurden gezwungen, ihre eigenen Eltern zu massakrieren.

Ein solches Kind ist Jacob, dessen Geschichte  in dem Film Kony 2012 das Leid der vielfachen Opfer von Joseph Kony repräsentiert. Der Regisseur Jason Russell lernte Jacob 2003 kennen. Jacob wurde von Konys Truppen verschleppt. Er musste mit ansehen, wie sein Bruder brutal getötet wurde – mit einem Machetenschlag in den Hals.

Die Kampagne gegen den Kriegsverbrecher Kony ist wohl die erfolgreichste Kampagen seit langem. Nicht nur die User sozialer Netzwerke, auch die Medien werden aufmerksam und nehmen das Thema auf.

Kony 2012 – Fazit für Social Media

Kony 2012 ist ein Paradebeispiel für uns alle, wie man mit einem bewegenden Film, die Massen bewgen kann und diese sich verselbstständigen. Die Begeisterung ist groß. Der Wille, für diese Idee zu kämpfen, wird angenommen. Das Video arbeitet mit einer emotionalen Bildsprache, Musik und ergreifenden Geschichten.

Nicht nur die Aufmerksamkeit der User haben die Macher von Kony –  die NGO-Organisation Invisble Children – für sich gewonnen – sondern auch die der Medien, welche das Video noch populärer machen wird.

Soziale Netzwerke: So begeisterungsfähig – und doch so kritisch!

Trotz des enormen und schnellen Hypes um das Video Kony 2012  müssen sich die Initiatoren auch schon der ersten Kritik stellen. Darüber muss sicher jeder, der virale Kampagnen startet bewusst sein: Kritiker gibt es immer. Und deren Worte können sich genauso schnell verbreiten, wie Lob.

Vorwürfe sind etwa finanzielle Gebaren der Macher, denn diese sollen angeblich ein Drittel der Spenden für Kony 2012 für die entstandenen Kosten der Film-Produktion verwenden. Andere sehen in der Darstellung eine Interpretationsmöglichkeit à la: „gut=weiß, schlecht=schwarz“.

Ob das Vorhaben gelingt und Kony durch den erhöhten Druck endlich geschnapp wird, bleibt abzuwarten. Aber Kony 2012 zeigt, dass mit einer gut gemachten sozialen Kampagne Massen erreicht, überzeugt und bewegt werden können und diese anfangen sich selbst zu bewegen. Auf Kritik sollte man dabei stets vorbereitet sein..

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