Kommt Gold bald wieder zu altem Kurs-Glanz?

Gold Gold bald wieder glänzen?

Gold Gold bald wieder glänzen?

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

kürzlich erreichte uns eine Leser-Anfrage zu den Perspektiven von Gold. Ausgangspunkt war der durchaus richtige Befund, dass der Preis für das gelbe Edelmetall in den letzten Wochen wieder etwas angezogen hat. Doch stellt sich die Frage, ob dies nur von kurzer Dauer ist oder man hier schon auf weitere Verteuerungen spekulieren könnte.

Um darauf eine Antwort zu geben, wollen wir gemeinsam mit Ihnen noch einmal kurz in die Vergangenheit schauen. Im Zuge der Finanzkrise hatte der Goldpreis im Oktober 2012 einen Höchststand von 1.780 US-Dollar erreicht.

Dahinter steckte die Angst, dass die Finanzsysteme hüben und drüben des Atlantiks zusammenbrechen könnten, nachdem die Blase der Kreditverbriefungen geplatzt war und die Banken auf Milliarden-Ausfällen saßen. Da konnte Gold seinen größten Trumpf, die Konservierung von Vermögen, ausspielen.

 

Historisch gesehen ist beim Gold noch Luft nach unten

Doch obwohl es in den Folgejahren immer noch zahlreiche und neue Krisenherde gegeben hat, pendelt die Feinunze mittlerweile nur noch um 1.200 Dollar herum. Verglichen mit dem Höchstpreis von 2012 erscheint das günstig. Langfristig stimmt das allerdings nicht.

Denn um den Durchschnittspreis seit den 1970er-Jahren zu erreichen, müsste die Feinunze Gold auf rund 750 Dollar fallen. Kaufkraftbereinigt und fair bewertet wäre Gold bei einem Preis von rund 800 Dollar.

Besser sieht es aus, wenn zum Preisvergleich die Rohöl- und Kupferpreise herangezogen werden. Gegenüber Rohöl beträgt das langjährige Mittel 1.600 Dollar, gegenüber Kupfer liegt es bei 1.080 Dollar. Auch das spricht nicht dafür, dass der Preis bald wieder anziehen könnte. Zudem:

 

3 Gründe, warum der Goldpreis aktuell kaum steigen kann

Aktuell sprechen viele Markttendenzen gegen eine nachhaltige Wieder-Erstarkung des Goldpreises. Ganz vorne dabei der starke US-Dollar. Zwar wird in der Finanzwirtschaft schon seit Jahren darüber diskutiert, warum Gold und Dollar historisch so stark negativ korrelieren (starker Dollar, schwaches Gold und andersherum).

Doch Sie brauchen sich als Anleger nicht auf akademische Diskussionen einlassen, um zu sehen: Hier konkurrieren zwei Vermögensklassen bzw. Anlagemärkte um die Gunst der Investoren und da hat momentan der Dollar die Nase vorn.

Hinzu kommt die avisierte Zinswende in den USA. Denn auch steigende Zinsen dürften die Nachfrage nach dem Edelmetall dämpfen. Gold bringt keine Zinsen, seine Lagerung kostet sogar Geld.

 

Inflation als Kurstreiber – Fehlanzeige

Und als dritter Punkt: Gold wurde immer schon als Absicherung gegen eine zu hohe Inflation gesehen. Dies liegt an der eben erwähnten Konservierungs-Funktion von Vermögen. Doch echte Inflationsgefahren sind derzeit weit und breit nicht zu sehen.

Also unser Fazit für Sie: Eine echte Trendwende im Gold ist unter den aktuellen Marktzuständen kaum zu erwarten. Wenn Sie sehr risikoscheu sind, können Sie zwar einen Teil Ihres Vermögens in Gold und anderen Edelmetallen halten. Doch bei so etwas ginge es nicht um Wertsteigerungen, sondern allenfalls um Krisen-Vorsorge.

Also unser Fazit für Sie: Eine echte Trendwende im Gold ist unter den aktuellen Marktzuständen kaum zu erwarten. Wenn Sie sehr risikoscheu sind, können Sie zwar einen Teil Ihres Vermögens in Gold und anderen Edelmetallen halten. Doch bei so etwas ginge es nicht um Wertsteigerungen, sondern allenfalls um Krisen-Vorsorge.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Bildnachweis: Gevestor

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