Hüten Sie sich vor diesen Tricks bei geschlossenen Beteiligungen

Geschlossene Beteiligungen: Mit diesen Tricks werden Anleger über den Tisch gezogen

Geschlossene Beteiligungen: Mit diesen Tricks werden Anleger über den Tisch gezogen

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

es herrscht Anlagenotstand in Deutschland. Wenn Sie Ihr Geld eher konservativ anlegen wollen und deshalb auf eher spekulative Aktien-Engagements verzichten, werden in der aktuellen Niedrigst-Zins-Phase die Investment-Alternativen rar. Kein Wunder, dass auch Anlageformen immer wieder ins Spiel kommen, die eigentlich einen schlechten Ruf genießen. Das Paradebeispiel dafür sind geschlossene Beteiligungen.

Die Palette des Angebots am Markt ist vielfältig. Sie reicht von Flugzeugen über Windenergie und Wasserkraft bis zu Pflegeheimen. Genauso vielfältig waren in den vergangenen Jahren auch die Skandale, die mit Pleiten geschlossener Fonds und Beteiligungen zusammenhängen. Der Windpark-Projektierer Prokon wird Ihnen sicher genauso ein Begriff sein wie zahlreichen Pleiten von geschlossenen Immobilien- und Schiffs-Fonds.

 

Anleger fallen auf Rendite-Versprechen herein

Stellt sich also die Frage, warum sich weiterhin Investoren in solche Anlagekonstrukte locken lassen. Die Antwort ist recht simpel: Weil die Initiatoren solcher Fonds und Beteiligungen regelmäßig mit überdurchschnittlichen Renditen über etliche Jahre hinaus locken.

Allerdings sind solche Beteiligungen meist nur ein lukratives Rendite-Objekt für die Initiatoren selbst. Was an den zahlreichen Tricks liegt, die hier zur Anwendung kommen. Damit Sie einen besseren Durchblick haben, wenn Sie solche Angebote auf den Tisch bekommen, hier die gängigsten Fakten.

Eines haben fast alle Angebote gemeinsam: Die Initiatoren geschlossener Beteiligungen und Fonds streichen regelmäßig 12 bis 20% der eingezahlten Gelder als Managementgebühren oder sonstige angebliche Kostenbeiträge ein.

 

Versprochene Ausschüttungen meist auf Pump

Zudem werden bis zu 60% der Gesamtkosten für die geplanten Projekte über Kreditaufnahmen finanziert. Das bedeutet im Klartext: Die auf dem Papier ausgewiesenen attraktiven Ausschüttungen fließen den Zeichnern größtenteils auf Pump zu. Die Kreditfinanzierung ist dabei bloß einer der Tricks, mit denen Zeichner hinters Licht geführt werden.

Zudem machen oft nur unrealistisch niedrige Tilgungsraten die hohen Ausschüttungen überhaupt erst möglich. Bei 1 oder 1,5% Tilgung dauert die endgültige Schuldentilgung dann bis zu 40 Jahren.

Aber es gibt auch noch einen anderen beliebten Ansatzpunkt, um die Renditen der Fonds schönzurechnen. Dieser ist die Kalkulation der Endwerte. Üblicherweise werden diese höher angesetzt als der Anschaffungspreis der Projekte. Was nicht sehr realistisch ist. Überdies: Gerade bei Immobilien erweisen sich Prognosen über üppige jährliche Mietsteigerungen als illusorisch.

 

Bei geschlossenen Beteiligungen sitzen Anleger meist Jahre fest

Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger auf geschönte Renditen hereinfallen, bei geschlossenen Fonds besonders groß. Ein weiteres Handicap sind auch die meist langen Laufzeiten. Ausstiegswillige finden dabei erfahrungsgemäß keinen Käufer. Wer dann wider Erwarten sein Geld vorzeitig braucht, hängt bis zum bitteren Ende am Fliegenfänger.

Deshalb: Wenn Sie Angebote zu geschlossenen Beteiligungen auf den Tisch bekommen, überprüfen Sie diese ganz genau. Wenn Sie dabei etwas nicht auf Anhieb verstehen, lassen Sie am besten gleich die Finger davon. Achten Sie bei Ihrer Geldanlage generell immer darauf, dass Sie die gewählte Anlage verstehen und dass diese auch liquide, also jederzeit zu verkaufen ist.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Bildnachweis: Gevestor

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