Griechenland sorgt weiter für Börsen-Turbulenzen

Die Turbulenzen an den Märkten gehen weiter

Die Turbulenzen an den Märkten gehen weiter

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

warum unsere stetig wiederholte Bitte, Aktienpositionen mit mindestens Stopp-Loss abzusichern, nötig ist, konnten Sie als Investoren in den vergangenen Tagen hautnah miterleben. Denn die Börse ist schwer angeschlagen. Allein der DAX als wichtigstes deutsches Börsenbarometer büßte innerhalb der letzten 2 Wochen rund 800 Punkte ein.

Der Grund: Die Situation rund um Griechenland wird immer vertrackter. Hatten Politiker und Anleger noch Anfang letzter Woche gehofft, dass es bald zu einer Einigung zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern kommen könnte, scheinen die Fronten nun verhärteter denn je.

Denn der griechische Premier Tsipras hatte letzte Woche quasi höchstoffiziell den Reform-Forderungen der Gläubiger eine Absage erteilt, Was nun dazu führt, dass er scheinbar auch den letzten Fürsprecher, den EU-Kommissionspräsidenten Juncker, verprellt hat. So wurde kolportiert, dass dieser am Wochenende ein Telefonat mit Tsipras abgelehnt habe. Auf diplomatischen Parkett ist so etwas sicherlich als dunkelrote Karte zu werten.

 

Wird Hellas die zusätzlich gewährte Zeit nutzen?

Immerhin: Dadurch, dass der IWF erlaubt hat, dass Hellas alle im Juni fälligen Raten, inklusive der eigentlich am Freitag fälligen über 300 Mio. Euro, bündeln und erst zum Monatswende bezahlen darf, haben alle Beteiligten einen weiteren Aufschub bekommen. Doch ob dieser nun genutzt wird, ist mehr als fraglich.

Deshalb auch die Unruhe am Markt, die selbst durch eigentlich erfreuliche Daten von der Konjunkturfront nicht gebessert werden kann. Dabei hatten in der vergangenen Woche sowohl sehr stark ausgefallenen Arbeitsmarktdaten in den USA sowie ein überraschender Anstieg der Inflationsrate Mai in der Euro-Zone auf 0,3% ein positives fundamentales Umfeld geschaffen.

 

Konjunkturdaten bleiben für Langfrist-Ausblick wichtig

Ob sich das bestätigen lässt, werden in dieser Woche die Zahlen zur Industrieproduktion in Deutschland (am Montag) und in der gesamten Euro-Zone (am Freitag) zeigen. Vor allem auf Deutschland wird dabei geschaut, denn unsere Wirtschaft hatte in der Vorperiode einen Rückgang um 0,5% gemeldet. Hier wollen die Marktteilnehmer natürlich sehen, ob diese nur ein Ausrutscher war.

Auf dem Terminkalender sollten Sie aber auch den Donnerstag ankreuzen. Denn dann kommen in den USA neue Daten zu den Einzelhandelsumsätzen heraus (Vormonat 0,0%). Sie bilden einen wichtigen Indikator für den privaten Konsum, der in den USA bekanntlich rund 70% des Wirtschaftswachstums ausmacht. Enttäuschungen dürften auch der Wall Street schwer zu schaffen machen.

 

Bei Engagements ist Vorsicht geboten

Unter dem Strich: Für diese Woche dürfte die Situation an der Börse weiterhin extrem volatil und riskant bleiben. Sollten Sie durch Ihre Absicherungen aus den bisherigen Positionen fliegen, kaufen Sie nicht gleich wieder zurück. Denn es besteht die Gefahr, dass bei einem Unterschreiten der 11.000 Punkte im DAX in weiterer Sell-off folgt, weil viele charttechnisch geprägten Trader inklusive ihrer automatischen Handelssysteme sich verabschieden würden.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Bildnachweis: Gevestor

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