Griechenkrise: Die Woche der Entscheidung?

Griechenland: Geben die Euro-Länder nochmals Geld?

Griechenland: Geben die Euro-Länder nochmals Geld?

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

vor einer Woche hatten wir Ihnen an dieser Stelle empfohlen, weiterhin Aktien zu kaufen. Auch wenn im Wochenverlauf die Stimmung am Aktienmarkt etwas wackelte, so stellte sich dieser Tipp doch als sehr gewinnbringend heraus. Denn: Der DAX markierte am vergangenen Freitag endlich das lang ersehnte Rekordhoch von über 11.000 Punkten.

Die Tatsache, dass er sowohl in den Schlusskursen am Freitag als auch in der Eröffnung am Montag wieder drunter lag, sagt dabei nichts über die weitere Tendenz aus. Diese hängt erneut von externen Faktoren ab. Denn in dieser Woche haben wir besonders auf politischer Bühne einige ganz große Kaliber zu begleiten. Hinzu kommen einige wichtige Konjunkturindikationen, die Sie ebenfalls in Ihre Dispositionen am Markt einrechnen müssen. Der Reihe nach:

 

Bekommen die Griechen weiter Geld?

Der erste und wohl wichtigste Punkt auf der Agenda ist der Fortgang der Griechenland-Krise. Am heutigen Montag treffen sich die Euro-Finanzminister, um mit ihrem griechischen Kollegen einen Kompromiss zur Schuldenfrage auszuhandeln. In den letzten Wochen hatte die neue griechische Regierung bekanntlich viele Vorschläge gemacht, wie die Schuldenlast gesenkt werden soll.

Vieles ist dabei auf Ablehnung gestoßen. Doch manche Punkte halten die Euro-Mitglieder durchaus für diskussionswürdig. Allerdings benehmen sich die Griechen momentan eher wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellan-Laden und versuchen, die Euro-Partner mehr zu erpressen als zu überzeugen. Das schafft eine grundsätzlich schlechte Stimmung.

Deshalb ist vom heutigen Treffen eine Entscheidung noch nicht zu erwarten. Aber es könnte ein gutes Stimmungsbarometer abgeben, ob die Griechen am Ende des Monats beim Auslaufen des aktuellen Hilfsprogramms neue Gelder bekommen könnten oder man eher eine Pleite und einen Grexit riskieren will.

 

Hält die Waffenruhe in der Ukraine?

Ein weiterhin wichtiges Thema bleibt aber auch der Ukraine-Konflikt. Seit dem Wochenende hält zwar die vereinbarte Waffenruhe halbwegs. Doch dass das kein Dauerzustand ist, sondern nun eine politische Lösung gefunden werden muss, ist allen Beteiligten klar.

Die Gefahr besteht dabei, dass der Konflikt gerade in Europa wieder aus der Top-Agenda herausfällt und die Kontrahenten im Osten sozusagen unbeobachtet den Konflikt wieder verschärfen. Dann könnte es auch wieder Sorgen an den Börsen geben.

 

Diese Konjunkturdaten erwarten Sie in dieser Woche

Zwar liefert in dieser Woche Amerika mit dem Einkaufsmanagerindex Februar und regionalen Konjunkturbarometern durchaus interessante Werte. Doch als Anleger hierzulande sollten Sie natürlich eher die Euro-Daten im Auge behalten. Da geht es morgen mit dem ZEW-Konjunkturbarometer los. Dieses stellt die Konjunkturerwartungen von Analysten und Investoren dar. Wichtig wird auch der Freitag, wenn für Frankreich, Deutschland und die Euro-Zone die Einkaufsmanagerindizes für Februar veröffentlicht werden.

Fazit: Die Grundlagen sind da, dass die Börse weitere Gewinne machen kann. Allerdings sind auch die Rückschlagsrisiken nicht zu übersehen, wenn es vor allem aus den politischen Themen heraus neue Verunsicherungen gibt. Deshalb unser Rat an Sie: Weiter kaufen ja, aber eben nie die Absicherungen gegen Kursrückschläge vergessen.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Bildnachweis: Gevestor

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