Finanzkrise: Spekulanten setzen auf Banken in Deutschland, Großbritannien und den USA

Die Alarmglocken für die Aktien werden immer lauter:  Am Donnerstag gab der Internationale Währungsfonds bekannt, dass europäische Banken womöglich unterkapitalisiert sind. Die Institute haben nach dieser Einschätzung zu wenig Eigenkapital, um die Euro-Krise sicher zu überstehen.

Spekulanten setzen bei Leerverkäufen jetzt auf Banken in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Spekulanten setzen bei Leerverkäufen jetzt auf Banken in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Nachdem Frankreich, Italien, Spanien und Belgien Mitte August Leerverkäufe bei Finanzaktien verboten hatten, um den Abwärtstrend der heimischen Banken aufzuhalten, haben sich die Hedgefonds neue Ziele gesucht: Banken in Deutschland, Großbritannien und den USA. Denn hier sind Leerverkäufen nur Regeln auferlegt.

In Deutschland gilt zum Beispiel nur ein Verbot auf ungedeckte Leerverkäufe. Leerverkäufe auf Basis von Leihgeschäften sind erlaubt. Nur Verkäufe, bei denen der Verkäufer die Aktie gar nicht besitzt, sind verboten.

Einen Beleg dafür, dass Hedgefonds sich für ihr spekulatives Geschäft nun die neuen Ziele mit Deutschland, Großbritannien und USA gesucht haben, zeigt der gestiegene Anteil an verliehen Aktien. In Deutschland stieg der Anteil der verliehenen Aktien seit Mitte August um 31 Prozent auf 1,24 Prozent. In Amerika stieg die Quote um 44 Prozent. In Großbritannien nahm der Anteil verliehner Aktien um 16 Prozent zu.

Weil es die Spekulanten auch auf die deutschen Geldhäuser abgesehen haben, steigt in Deutschland vermehrt der Druck, weitere Verbote einzuführen und somit mit den anderen Europäischen Ländern gleichzuziehen, die schon strikte Regelungen für Leerverkäufe eingeführt haben.

Leerverkäufe – was ist das?

Spekulanten setzen bei Leerverkäufen auf schwache Kurse einer Aktie. Allerdings leihen Sie diese nur gegen eine Gebühr und verkaufen Sie dann weiter. Ein Investor leiht sich also Aktien eines Unternehmens, um sie sofort wieder zu verkaufen – er geht „short“ – so der Ausdruck in der Branche. Ziel dabei ist, die Aktie bis zum Rückgabetermin wieder billiger zurückzukaufen. Deshalb setzt er auf fallende Kurse. Um den Profit der Leerverkäufe zu steigern, streuen Investoren Gerüchte, um mit diesen fallende Kurse auszulösen. Die Folge: Turbulenzen am Finanzmarkt.

Geht ihre Wette auf, können sie später die Papiere günstiger erwerben und dem Verleiher zurückgeben. Ihr Gewinn ist die Differenz zwischen Verkaufspreis und Rückkaufpreis.

Leerverkäufe können in ungedeckt und gedeckt unterschieden werden. Bei gedeckten leihen sich die Investoren die zu verkaufenden Aktien. Bei ungedeckten Leerverkäufen werden die Aktien verkauft, ohne vorher im Besitz der Investoren gewesen zu sein.

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Bilderquelle: © Gina Sanders – Fotolia.com

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