Ende der vorletzten Woche ist an den Börsen erneut Panik ausgebrochen

Ende der vorletzten Woche ist an den Börsen erneut Panik ausgebrochen

Das Risiko höherer temporärer Verluste hatte ich vorige Woche thematisiert. Dennoch hat mich die Heftigkeit des jüngsten Kursabsturzes überrascht. Neben den Rezessionsängsten sind Sorgen um die Banken hinzugekommen. Die Kreditinstitute könnten Probleme bekommen, sich noch Geld zu leihen. Das wäre für die Realwirtschaft in der Tat bitter.

Bei derart gekippter Stimmung für Aktien sind Kaltblütigkeit oder Mut nicht jedermanns Sache.  

Trotz der Kursanstiege im Verlauf dieser Woche ist ein erneuter Rückschlag an den Börsen jederzeit möglich. Die Vergangenheit zeigt, dass nach massiven Kurseinbrüchen nicht mit schneller Erholung zu rechnen ist. Nach allen Crashs seit dem Jahr 1987 dauerte es jedes Mal Monate, bis das Vertrauen zurückgekehrt war. Mehr als technische Zwischenerholungen sind in den kommenden Wochen somit kaum zu erwarten.

Hat sich der Pulverdampf verzogen, werden die Analysten sich die Unternehmensgewinne vorknöpfen.

Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die Konjunkturschwäche auch die Gewinnaussichten beeinträchtigt. Dann wird man wohl wieder erkennen, dass Aktien trotz ihrer Schwankungsanfälligkeit eine gute Sache sind.

Im Gegensatz zu Rohstoffen, Gold oder Anleihen sind Dividendenpapiere keine statischen Anlagen.

Die Unternehmen verändern sich ständig und passen sich den neuen konjunkturellen Gegebenheiten an. Viele Konzerne stehen derzeit gut da. Selbst bei einer Rezession dürften sie nur leichte Blessuren davontragen. Die Kassen sind prall gefüllt. Niedrige Aktienkurse erleichtern zudem die Übernahme anderer Betriebe. Starke Unternehmen dürften noch stärker werden – was sich wiederum für die Aktionäre auszahlt.

Schon immer habe ich Ihnen geraten, beim Aktienkauf einen langen Zeithorizont ins Auge zu fassen.

Der Grund: Langfristig schlagen Sie mit Qualitätsaktien nachweislich alle anderen Anlagekategorien. Das sehen viele Leser mittlerweile ebenso und haben jetzt damit begonnen, sukzessive Aktien zu kaufen.

Wenn Sie statt in Einzelaktien in Fondssparpläne investieren, sollten Sie diese jetzt auf keinen Fall stoppen.

Gerade wenn die Kurse – wie derzeit – verfallen sind, zeigt das regelmäßige Ansparen seine wahre Stärke. Denn dabei werden für das gleiche Geld mehr Anteile gutgeschrieben. Das wird sich ebenfalls auszahlen. Fondssparpläne bringen nur dann Nutzen, wenn Sie sie konsequent durchziehen.

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 34/2011)

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