Die nächste Konsolidierungswelle?

Deutsche Banken vor nächster Konsolidierungswelle

Deutsche Banken vor nächster Konsolidierungswelle

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Vor dem langen Oster-Wochenende können Sie mal wieder an der Börse etwas durchatmen. Zwar lag der DAX zum Redaktionsschuss dieses Newsletters leicht im Minus. Doch war das vor allem auf schwächere Zahlen vom Software-Hersteller SAP zurückzuführen.

Das ist zwar nicht schön, hat aber durchaus eine positive Komponente. Denn wenn der Markt heute mehrheitlich nur darauf reagiert, ist das im Umkehrschluss ein gewisses Anzeichen, dass die Krise in der Ukraine zumindest kurzfristig wieder an Gewicht im Börsenhandel verliert.

 

Bankbranche vor anstrengenden Wochen

Damit genug vom Alltags-Geschäft. Heute dafür ein Blick auf eine Branche, die in den kommenden Monaten gleich mehrfach wieder in den Fokus rücken wird. Es geht um die Banken, insbesondere um die deutschen Banken. Diesen steht ja in den nächsten Monaten einiges ins Haus.

Da im November die EZB die Bankenaufsicht übernimmt, werden auch deutsche Großbanken unter die Lupe genommen und einem Stresstest unterzogen. Konkret sind es 9 Banken, darunter natürlich die Deutsche Bank und die Commerzbank. Aber auch andere Institute dürften zukünftig wohl genauer beobachtet werden. Was durchaus mit den Anstoß dafür gegeben hat, dass wir in Deutschland im Bankensystem eine neue Konsolidierungswelle sehen.

 

Wer will was verkaufen?

So versucht u. a. die Hypo-Vereinsbank – inzwischen Tochter der italienischen UniCredit – ihre an der Börse notierte Online-Sparte DAB Bank zu verkaufen. Die Hypo-Vereinsbank hält derzeit 81% an der DAB. Allerdings scheint die aktuelle Suche noch ergebnisoffen. Denn auch ein Halten der Beteiligung wäre durchaus möglich, zumal sich die Hypo-Vereinsbank selbst strategisch mehr auf den Online-Bereich fokussieren will.

Ein weiterer Verkaufskandidat ist die IKB Deutsche Industriebank. Das ehemalige Krisenunternehmen ist derzeit im Besitz des amerikanischen Finanzinvestors Lone Star, der nun verkaufen will. Besonders interessant dürfte das Geschäftssegment mit Unternehmenskunden aus dem Mittelstand sein. Hier verfügt die IKB über ein Kreditportfolio von rund 10 Mrd. Euro. Als mögliche Kaufinteressenten werden europäische Banken wie BNP Paribas, HSBC oder Banco Santander gehandelt.

Weitere Verkäufe von Töchtern sind auch durch die Hypo Real Estate und die BayernLB geplant. Unter dem Strich kann dies durchaus in den Zusammenhang einer Bilanzbereinigung vor den Bilanztests der EZB gestellt werden. Was nicht nur den betroffenen Kreditinstituten helfen dürfte, sondern der gesamten Bankbranche. Denn damit sollten im Zweifelsfall auch eventuell nötige Eigenkapital-Aufstockungen niedriger ausfallen. Das könnte zu einem neuen positiven Momentum an der Börse führen.

Ich wünsche Ihnen jetzt zum Schluss ein schönes Osterfest. Genießen Sie den Frühling und wir „lesen“ uns am kommenden Dienstag wieder.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
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