Die Krise der offenen Immobilienfonds scheint sich dem Ende zuzuneigen

Die Krise der offenen Immobilienfonds scheint sich dem Ende zuzuneigen

Die Bereinigung eröffnet der Branche jetzt die Chance zum Neubeginn. Dazu gehört vor allem, Kapitalanleger über mögliche Risiken aufzuklären. So wurde in der Vergangenheit immer wieder die Sicherheit herausgestellt. Indes:

Auch Immobilien können unter die Räder kommen.

Der wirtschaftliche Erfolg von Immobilienfonds hängt entscheidend von der Qualität der Objekte ab. Dabei ist nicht nur deren baulicher Zustand von Bedeutung – sie müssen auch an begehrten Standorten liegen. Gewerbliche Immobilien sollten hohe Vermietungsquoten erzielen und sich langfristig vermieten lassen.

Je weniger einem Fonds das gelingt, desto niedriger fällt die nachhaltig erzielbare Rendite aus.

Vernünftig gemanagte Immobilienfonds haben in der Vergangenheit Renditen um die 4 % erwirtschaftet. Das dürfte auch künftig wieder erreichbar sein. Zeichner sollten sich aber auf Schwankungen einstellen. Es kann nicht immer nur aufwärts gehen. Das gilt vor allem für konjunkturabhängige Büroimmobilien.

Dieser Markt ist heiß umkämpft. In der Vergangenheit wurden Spitzenobjekte oft zu teuer eingekauft.

Findet die Branche zur Normalität zurück, sind Investitionen auch für Kleinanleger durchaus sinnvoll. Die Risiken sind geringer als bei geschlossenen Immobilienfonds, bei denen alles von einem Objekt abhängt. Nebenkosten fallen zwar bei beiden Fondsarten an – bei offenen Fonds sind sie aber deutlich niedriger.

Wer als Kleinanleger sein Vermögen streuen will, sollte auf einen Immobilienanteil nicht verzichten. Bei Anlagesummen zwischen 20.000 und 80.000 € dürften Eigentumswohnungen kaum in Betracht kommen. Die Alternative: Offene Immobilienfonds. Mehr als 20 % des Vermögens sollten hier aber nie investiert werden.

Zudem empfiehlt es sich, das Kapital stets auf mehrere Fondsanbieter zu verteilen. 

Wie bei allen Investitionen in Immobilien sind auch hier längere Bindungszeiten ins Auge zu fassen.   Für ältere Anleger eignet sich der Einstieg daher nicht. Zum Kapitalverzehr gibt es bessere Anlageformen. Wenn es darum geht, die Rente aufzubessern, erinnere ich beispielsweise an Auszahlpläne (Brief 3/12). Auch jüngeren Sparern bieten sich sinnvollere Investitionsmöglichkeiten als offene Immobilienfonds.

Am besten eignen sich diese Fonds wohl für Investoren in der Altersgruppe zwischen 40 und 50 Jahren.

Bei einem Anlagehorizont von etwa zehn Jahren stellen sie eine gute Sachwert-Beimischung dar.

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 21/2012).

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