So profitieren Sie als Anleger vom Konsum-Boom

Deutschland in Shopping-Laune

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Gehen Sie gerne shoppen? Wenn ja, gehören Sie mittlerweile einer Mehrheit an. Denn die Deutschen haben den Konsum für sich entdeckt. Vorbei die Zeit, wo immer wieder über die lahmende Binnenkonjunktur gejammert wurde. Jetzt, ausgerechnet mitten in der Euro-Krise, haben wir Deutschen das Einkaufen für uns entdeckt. Zugebenermaßen nicht ganz freiwillig.

Im Geist sind wir immer noch eher ein Volk der vorsichtigen Sparer. Doch Politik und Notenbanken haben uns vor die Wahl gestellt: Entweder sich für das hart erarbeitete Vermögen mit mickrigen Zinsen zufrieden geben, die oftmals nicht einmal die Inflation abdecken.

Oder eben das Geld in die Hand nehmen und dafür Fernseher, Möbel oder Smartphones kaufen. Auch eine Art Flucht in Sachwerte. Und sogar eine mit Spaß-Faktor. Dabei:

 

Das positive Konsumklima doppelt nutzen

Wenn Sie Anleger sind, können Sie sich gleich auch noch Ihren ganz persönlichen „Konsum-Rabatt“ sichern. Denn wenn der Konsum brummt, steigen auch bei den Konsumunternehmen Umsätze und Gewinne. Und das sollte sich in höheren Bewertungen und damit steigenden Aktienkursen an der Börse niederschlagen.

Wenn Sie das ausnutzen, können Sie quasi einen Teil Ihrer Konsumausgaben wieder über Börsengewinne reinholen.

Allerdings gilt auch dabei: Ein Investment mit der sprichwörtlichen Gießkanne wird kaum das gewünschte Ergebnis bringen. Denn auch, wenn sich das Konsumklima in Deutschland sehr robust zeigt, gilt doch: Nicht jedes Unternehmen profitiert gleich davon. Sie müssen also eine Auswahl treffen. Dabei gibt es einige Anhaltspunkte, die Ihnen die Entscheidung erleichtern können.

 

Punkt 1: Auswahl des Konsum-Segmentes

Konsum ist nicht gleich Konsum. Sie sollten sich auf jeden Fall auf die Sektoren konzentrieren, die höhere Margen abwerfen. Das ist regelmäßig im Bekleidungseinzelhandel – insbesondere bei Boutiquen-Ketten – der Fall.

Im Lebensmittelbereich sind dagegen die Margen sehr dünn, wenn es um den reinen Handel geht. Hier sind Zulieferer wie Nestlé eindeutig zu bevorzugen. Hinzu kommen Spezialanbieter, die besonders hochwertige Waren anbieten. Denn im aktuellen Konsumklima darf es bei den Kunden immer öfter auch Luxus sein.

 

Punkt 2: Wettbewerbsstrategie der Unternehmen

Dies gilt vor allem für die Handelsfirmen. Sehen diese sich nur als Wiederverkäufer oder wollen sie eine eigene Marke aufbauen und nachhaltig pflegen?

Wie diese Frage positiv beantwortet werden kann, sieht man zum Beispiel bei Boutiquen-Ketten wie Hugo Boss oder Gerry Weber. Andererseits gibt es Firmen wie Metro, die zwar sehr groß sind, aber kein schlüssiges Konzept vorzuweisen haben. Das kann problematisch werden.

 

Punkt 3: Die Aktien-Bewertung

An der Aktienbewertung hängt letztlich das mögliche Kurspotenzial der Aktie. Ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bereits sehr hoch, muss das betreffende Unternehmen immer mehr liefern, um die Investoren bei Laune zu halten. Das Risiko von Enttäuschungen nimmt dabei zu.

Als Orientierungspunkt sollten Sie das Branchen-KGV nutzen, soweit es verfügbar ist. Als Hilfe kann aber auch das Markt-KGV, in diesem Fall am besten das KGV des DAX, dienen. Dieses liegt aktuell bei gut 12. Werte, die über ein geringeres KGV verfügen, gelten als preiswerter und haben damit eine höhere Chance, weitere Kaufinteressenten anzuziehen und damit im Kurs zu steigen.

Auf diese Weise können Sie sich am besten ein kleines Depot aus zwei, drei Werten zusammenstellen. Damit erhalten Sie eine gewisse Risikostreuung und können die aktuellen Chancen der Branche ausnutzen.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
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