Der Charakter der neuen Krise

Die Auswirkungen der Herabstufung der USA und die vorherrschenden Krisen in den EU-Ländern lassen die Welt zittern. Nicht noch einmal wollen die Anleger an der Börse eiskalt erwischt werden, wie beim Crash 2008.

Die Erinnerungen an 2008 sind Ursache für die panische und herdengetriebene Reaktion der Anleger: Der Dow Jones erlebte am Dienstag seinen schwankungsreichsten Tag und auch im Auf und Ab des DAX spiegelte sich die Nervosität wieder. Phasenweise fiel er um mehr als sieben Prozent, konnte bis zum Abend aber einen Großteil der Verluste wieder einholen.

Die neue Krise ist anders und vor allem von Panik und Angst geprägt.

Die neue Krise ist anders und vor allem von Panik und Angst geprägt.

Ein weiterer Grund für die derzeitige Panik liegt darin, dass viele institutionelle Anleger sich nicht von Anleihen verabschieden dürfen und die Vermögensklasse der Anleihen durch die Staaten künstlich gestützt wird. Noch. Die Unsicherheit wird gestärkt von der vorherrschenden Abhängigkeit der Handlungen aus der Politik, denn die  Interventionen von Politik und Notenbanken haben immer kürzere Verfallszeiten und ihre Maßnahmen zeigen wenig Wirkung.

Das zeigt sich beispielsweise an Griechenland. Der erste Rettungsschirm vor knapp einem Jahr sorgte über Monate für Ruhe auf den Finanzmärkten. Jetzt wirkte die Beruhigungspille Rettungsschirm nur über wenige Wochen. Vor einem Jahr beruhigte der erste Rettungsschirm die Finanzmärkte noch über Monate. Der Grund: Die Milliardenhilfen zeigen nicht den erwünschten Effekt, den sie sollten, weil sie nicht an der Hauptursache – der enormen Überschuldung – ansetzen. Die Milliardenspritzen scheinen in ein Fass ohne Boden zu laufen.

Gleichzeitig ist die Angst gegenwärtig und berechtigt, dass noch gesunde Länder mit in den Schuldensumpf gezogen werden. Sozum Beispiel diese Meldung auf gevestor.de zum neuerdings bedrohten Frankreich.

Schuldenkrise ohne Ende?!

Schuldenkrise ohne Ende – unter diesem Motto brachte die ARD Anfang Juli eine Themenwoche zur Schuldenkrise. Aus einer Themenwoche könnte in Zukunft eine Dauersendung werden, denn die Schuldenkrise wird die Welt wahrscheinlich noch Jahre beschäftigen. Sie kann immer wieder aufflammen. Dieses Bewusstsein wird sich in den kommenden Jahren im Verhalten der Börsen niederschlagen.

Das größte Problem ist die schwere Realisierung einer Lösung. Die Devise für die Zukunft müsste heißen: Weniger ausgeben, als wir einnehmen. Da die Länder in den letzten Jahrzehnten allesamt über ihren Verhältnissen gelebt haben, müssen sich Mentalitäten ändern.  Abgesehen davon fürchten Politiker mit der Einführung von Sparpaketen eine steigende Unbeliebtheit in der Bevölkerung und somit schlechtere Chancen auf eine Wiederwahl, was sie in ihren Handlungen blockiert.

Auch China wird kein Rettungsanker sein

Der Charakter der neuen Krise ist ebenfalls geprägt durch eine neue Rolle Chinas. In der Krise 2008 hatte China als einer der Hauptretter die Welt mit seinem starken Wachstum aus der Rezession gezogen. Diese stützende Rolle kann das Land heute nicht mehr einnehmen. Die dortige Inflation liegt im Moment bei 6,5 %.

Bilderquelle: ©  imageteam  – Fotolia.com

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