Brexit: Die Woche der Entscheidung ist da

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

die Spannung spitzt sich zu. Am Ende dieser Woche sind wir alle ein ganzen Stück schlauer, wie es denn mit der EU weitergehen könnte. Denn dann liegen die Ergebnisse des Referendums vor, in welchem die Briten am Donnerstag darüber abstimmen, ob sie in der EU bleiben wollen oder nicht.

Kurz vor dem Temin hat sich momentan die Ausgangslage ein wenig zugunsten der EU-Befürworter verschoben, die in aktuellen Umfragen hauchdünn vorne liegen. Was mit dem Attentat auf eine britische Labour-Abgeordnete zu tun hat, das in der vergangenen Woche Großbritannien erschütterte und kurz im erbittert geführten Wahlkampf inne halten ließ.

 

Ausgang des Brexit-Referendums bleibt ungewiss

Mittlerweile ringen die beiden Lager wieder mit allen Mitteln um die Meinungshoheit, so dass der Ausgang des Referendums weiterhin vollkommen unsicher ist. Entsprechend gehen auch in Europa die Institutionen für den Ernstfall in Stellung. Das betrifft aktuell vor allem die Europäische Zentralbank und die nationalen Notenbanken.

Diese gaben dieser Tage quasi unisono Erklärungen ab, dass sie für Interventionen bereit stünden, sollte ein Brexit, also der Austritt Großbritanniens aus der EU, beschlossen werden. Was konkret heißt, das man dann bei Turbulenzen an den Märkten wohl versuchen würde, erneut große Liquidität in den Markt zu drücken, um die Banken, die gerade unter Druck geraten würden, flüssig zu halten. Aber auch Aktionen auf den Devisenmärkten wären sehr wahrscheinlich, sowohl im Euro als auch in den Währungen anderer EU-Mitgliedsländer.

 

Haben die Börsen das Gröbste bereits eingepreist?

Interessantes Detail dabei: Die Aktienmärkte scheinen für das Erste einen Brexit eingepreist zu haben. Kaum anders ist zu erklären, dass die Börse am Freitag letzter Woche wieder zulegen konnte, auch wenn man am Ende deutlich kräftigere Kursgewinne im Handelsauftakt nicht ganz halten konnte. Diese Erholungstendenz scheint sich auch zum aktuellen Wochenstart durchsetzen zu lassen.

Dahinter dürften unter dem Strich drei Spekulationen stecken. Erstens: Die Märkte haben genügend korrigiert, um einen ersten Brexit-Schock aufzufangen. Zweitens: Die EZB wird schon dafür sorgen, dass es für die Finanzmärkte selbst bei einem Brexit nicht zu schlimm wird. Und drittens: Es wird doch keinen Brexit geben.

Natürlich steht es Ihnen als Anleger frei, ebenfalls solchen Spekulationen zu folgen und die erheblich zurückgekommenen Aktiennotierungen für neue Käufe zu nutzen. Wenn Sie dies tun, sollten Sie aber dringend mit Absicherungen arbeiten. Aus unserer Sicht besser ist es aber, vorerst nichts zu tun und mit genügend Liquidität im Depot abzuwarten, was tatsächlich passiert.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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