Börsen-Ausblick: Die Herbst-Rallye kann weitergehen

© ChaotiC_PhotographY / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

hinter uns liegt ein wahrlich „goldener“ Börsen-Oktober. Sozusagen punktgenau vor einem Monat startete beispielsweise der DAX eine kräftige Erholungs-Rallye, die den Index inzwischen schon auf über 10.800 Punkte geführt hat. Auch wenn wir immer wieder dazu geraten haben, grundsätzlich vorsichtig zu bleiben, so dürften die meisten Leser unter Ihnen, die auch als Investoren aktiv sind, dies mit entsprechenden Aktivitäten begleitet haben.

Dabei sollte Ihnen weiterhin bewusst sein: Die Stimmung an der Börse wird derzeit weiterhin hauptsächlich von den Notenbanken bestimmt. Wobei wir aktuell vor allem in Europa ein Umfeld vorfinden, das weiterhin für steigende Kurse sorgen kann. Das liegt vor allem an den schon skizzierten Liquiditätsplänen der Europäischen Zentralbank EZB.

 

Notenbanken haben weiterhin das Sagen

Denn diese hat bekanntlich zuletzt eine neue Runde von Liquiditäts- und/oder Zinsmaßnahmen angekündigt. Zwar ist noch nichts entschieden, doch die EZB hat sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt, was entsprechende Aktionen im Dezember angeht. Das facht natürlich die Phantasie der Börsianer an und sorgt für entsprechenden Kaufdruck in den Aktien.

Doch auch auf der anderen Seite des Atlantiks hat die dortige Notenbank einen großen Anteil am Marktgeschehen. Genau vor einer Woche hatten wir Sie über die besondere Gemengelage der letzten Tage aus der regulären Fed-Sitzung und den neuen Wachstumszahlen informiert. Jetzt, wo beide Termine durch sind, ergibt sich daraus eine durchaus unerwartete neue Konstellation.

 

Amerikas Wirtschaft bleibt robust

Denn obwohl die BIP-Zahlen deutlich schwächer als im Vorquartal ausfielen, haben die Notenbänker in den USA das Fenster zu einer ersten Zinserhöhung noch im Dezember weit aufgestoßen. Der Grund liegt in den Details. Denn obwohl das BIP-Wachstum real nur 1,5% (nach 3,9% im Vorquartal) auswies, zeigten die Bereiche privater Konsum, Unternehmensinvestitionen und Wohnbau robuste Zuwachsraten.

Dass am Ende doch so ein schwaches Gesamtergebnis herauskam, lag zu einem Großteil an Lagerinvestitionen, die aber nach allgemeiner Erwartung im vierten Quartal wieder wegfallen dürften. Deshalb rechnen die Börsianer auch für das vierte Quartal wieder mit einem Wachstum von 3% und mehr. Also eine gute Begründung, warum die Fed dann im Dezember tatsächlich die Zinsen erstmals seit sechs Jahren wieder anheben könnte.

 

Zinswende schreckt nicht mehr ab

Die meisten Anleger haben mit dieser Perspektive längst ihren Frieden gemacht. Denn sie schreckt weniger die Aussicht auf höhere Zinsen (die um Umfang aber weiterhin eher niedrig bleiben dürften). Vielmehr sehen sie in solch einem Schritt einen Ausweis, dass es der US-Wirtschaft und damit den Unternehmen weiterhin gut geht. Und das sind dann echte Kaufargumente an der Börse. Fazit: Die Börsenampeln stehen weiterhin auf Grün.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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